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Marعc#s_Blog Posts

Das Land der Khmer

…heißt Kambodscha und liegt eingekeilt zwischen Thailand im Westen, Laos im Norden und Vietnam im Osten. Das Land hat eine faszinierende Geschichte, die vor 1000 Jahren ein südostasiatisches Großreich umfasste, aber auch eine schreckliche Geschichte im 20. Jahrhundert, die das Land mit Krieg gegen die Kolonialmacht Frankreich. Krieg gegen Vietnam, Krieg für und gegen den Kommunismus sowie einem unbeschreiblichen Genozid überzog. Die Regierung der Khmer verkündet heute stolz, dass das Land unabhängig von fremden Mächten ist, allerdings greift der vietnamesische und vorallem chinesische Kapitalismus mit kommunistischer Prägung leider überall sichtbar um sich. Wenn sich einer der Einheimischen traut über Politik mit mir zu reden, ist viel Traurigkeit darüber zu hören, dass das Volk schlecht behandelt wird und die herrschende Elite sich maßlos bedient. Dieses System wird durch China und Vietnam, aber auch durch den Westen befeuert, indem groß investiert wird, lokale Khmer aber nur als billige Angestellte beschäftigt werden. Die Situation macht mich betroffen, ratlos und manchmal verwundert, wenn ich zB höre dass selbst das Nationalheiligtum Angkor Wat bis vor kurzem einen vietnamesischen Großinvestor reich gemacht hat anstatt dass die lokale Bevölkerung am Touristenstrom partizipiert.

Angkor Wat morgens um 8 Uhr.

Das vermutlich ärmste Land Südostasiens versuche ich dahingehend zu unterstützen, dass ich westliche und asiatische Ketten und Marken meide und meine US-Dollar und Rhiel bei den Einheimischen ausgebe.

Eine Mittelschicht gibt es nicht.

Es gelingt leider nicht immer und so zahle ich für die Ankor-Tempel 62$ Eintritt, wobei schnell klar wird, dass nur 20% des Geldes zum Erhalt der Anlage genutzt wird. Nichtdestotrotz ist die Tempelanlage sehr beeindruckend und als sich beim Sonnenaufgang die Siluette von Angkor Wat aus dem Morgenrot abzeichnet, freue ich mich, dass ich mich auf das Abenteuer Kambodscha eingelassen habe.

Der erste Eindruck war toll.

Siem Reap, die Stadt bei den Tempeln, hat sich in den letzten Jahren zu einem Touristenhotspot entwickelt. Es gibt alle Dinge des täglichen Bedarfs, Nachtmärkte, eine Khao-San-Road-ähnliche Pubstreet, Restaurants und eine Menge Hostels.

Street Food und Scooter-kompatible Stühle…

Unser Hostel bietet eine Tour an, den Tag drauf schließe ich mich aber mit 2 Kanadiern zusammen um ein TukTuk zu mieten. Für 5$ pro Nase fährt unser Fahrer uns den ganzen Tag rum und wartet auf uns bei jedem Tempel. Perfekt.

Chinesen! Überall Chinesen!

Die Tempelanlage selbst ist eigentlich gut gepflegt, auch wenn natürlich alle Kulturschätze bereits entwendet wurden. Die wichtigsten Bauwerke sind alle begehbar und die Baustile finde ich sehr abwechslungsreich. Sei es der Giganttempel Angkor Wat, der Gesichtertempel Angkor Thom oder Anlagen wie die Baray; jede Anlage ist einzigartig und ich fühle mich wie Lara Croft, Indiana Jones oder Nathan Drake wenn ich wieder mal vor einem wurzelüberwachsenen Tempeleingang stehe. Level completed.

Die kleineren Tempel sind nicht so überlaufen.
So sahs ungefähr bei der Wiederentdeckung aus.

Die Tage in Siem Reap vergehen angenehm schnell, was auch der netten Hostel-Gesellschaft zu verdanken ist. Wenn mal nicht alle in ihr Smartphone vertieft sind, kommt bei dem ein oder anderen Bier auch mal ein Gespräch auf. Viele machen auch ein Sabbatical und ich fühle mich gleich wohler (nicht wie in NZ wo alle arbeiten sind). Die Stadt hat neben den Tempeln auch eine Seide-Farm und ein War museum zu bieten. Beide Spots sind kambodschanisch einfach gestaltet, bieten aber einen kleinen Einblick in das Leben der Locals.

Hier wird noch von Hand gespinnt.

Nach 4 Nächten verlasse ich Siem Reap gen der Hauptstadt Phnom Penh ins Ungewisse. Von den Reisehinweisen etwas eingeschüchtert nehme ich den teuersten Bustransfer und das Hostel mit der besten Sicherheit. Zum Glück ist Phnom Penh inzwischen auch relativ touristisch, aber wenn man zB den Königspalast anschaut und „viel“ los ist, kann man immer noch entspannt den Smaragdbudda bestaunen.

Angeblich war viel los…

Die Stadt selbst ist hässlich und dreckig, die Menschen sind aber alle freundlich und da alles für 1-5$ zu haben ist, ist der Aufenthalt selbst auch vergleichsweise günstig.

Vorne Müll, hinten Fußball. Im Stadtzentrum…

Ich bin froh dass ich die Stadt nach 3 Nächten verlasse, denn die normalen Attraktionen sind eher unspektakulär im Vergleich zu Thailand und wenn die 2 größten Attraktionen das erschreckende S21-Gefängnis sowie die Killing fields der Roten Khmer sind, ist eigentlich alles gesagt.

Das TukTuk ist das bequemste und schnellste Verkehrsmittel.

Hier und da findet sich zwar noch das ein oder andere französische Kolonialgebäude, allerdings haben Kriege, das Pol-Pot-Regime und die generelle Armut deutliche Spuren hinterlassen.

Abends schaue ich mir Kultur an – sie lebt noch!

Ich erlaufe das Zentrum trotzdem in einem halben Tag und bevor ich in den Bus Richtung Vietnam steige, gönne ich mir nochmal für entspannte 2$ den schlechten Aquaman im ortsansässigen Cineplex. Kopf frei bekommen für die letzte längere Etappe meiner Reise…

Sabbatical/2

Zurück in Bangkok überschreite ich die Halbzeit-Marke meines Sabbaticals. Praktischerweise auch Silvester sodass wir zünftig anstoßen können.

Feuerwerk am Asiatique-Market.

Leider sind es auch die letzten Tage meiner Freundin in Asien, sodas ich mich langsam wieder auf Backpacking einstelle. Wenn ich ehrlich bin, war ich bisher noch nie länger alleine unterwegs, weswegen ich gespannt bin, wie das so sein wird.

Abschlussabend. 2x Liebe auf einem Foto.

Die letzten Wochen waren intensiv und gefühlt habe ich so viele Eindrücke gesammelt, wie sonst nur in mehreren Jahren. Ich möchte es nicht missen weiß aber jetzt schon, dass ich mir einige Zeit zum wieder eingewöhnen in Deutschland gönnen muss. Daher ist zwar Halbzeit, was die Zeit bis zum wieder Arbeiten angeht, allerdings werde ich mich voraussichtlich bereits in ca 6 Wochen wieder in die europäische Zeitzone begeben. Bis dahin habe ich bisher nur grobe Pläne, aber prinzipiell schaue ich mir langsam die letzten Flüge dieser Reise an. Verrückt dass ich inzwischen schon 12x geflogen bin…meine arme Umweltbilanz.

Das Reiseboot fährt noch etwas in Asien weiter.

Gebucht ist jetzt Kambotscha, ein Land dem ich mit Skepsis begegne, sowie die ersten Tage sowie das Visum für Vietnam. Auf den asiatischen Sozialismus freue ich mich besonders! Von dort werde ich mich vermutlich durch einige Kurtrips durch warme Länder gen Europa vorarbeiten, bevor mich dort die Winterkeule treffen wird.

Die Notrutsche ist bei meiner Reise noch nicht erforderlich.

Es bleibt aufregend und Reisemüdigkeit hat sich noch nicht eingestellt.

Sommer, Palmen, Sonnenschein

…und das eine Woche am Stück – das gönnen wir uns nach der Action-geladenen Zeit in Chiang Mai. Mit einigem sportlichen Einlagen errreichen wir in Bangkok noch den Wieder-Check-In unseres Gepäcks bevor wir in den Flieger nach Krabi umsteigen. Warum Krabi? Der Billigflieger fliegt da halt hin… Wird schon passen habe ich mir bei der Buchung im Oktober gedacht und wie es passt! Wir sind fernab der ausgetretenen Touristenstränden in der Gegend und dafür 20 Meter vom Traumstrand mit thailändischer Bar- und Restaurantmeile untergebracht.

Eine der zahlreichen Strandbars ums Eck von unserem Zimmer.

Die südlichen Thais sind keine Thais, sondern Teil der muslimischen Bevölkerung, die durch den Namen „Thailand“ in den 40ern etwas ausgegrenzt wurde. Sie sind mindestens genauso freundlich und ob es beim Christmas-BBQ, beim Massieren am Strand, beim „Happy-Happy“-Taxifahren oder beim Erzählen von Fischereigeschichten. Wir sind immer freundlich interessiert und bekommen dafür eine grandiose Gastfreundschaft zurück. Die 7 Tage vor Ort vergehen daher wie im Flug und obwohl wir mindestens 5 Tage lang die gleichen Liegestühle zum Chillen ansteuern und eigentlich sehr viele Sachen immer wieder tun, wird es nicht langweilig.

Abends ist neben Romantik auch immer Livemusik und Happy Hour geboten.

Trotzdem machen wir einige Touren und neben der Rollertour zum Tempel (laut Aliya eher „angsteinflößend“ (da wir ohne Sicherheitsklamotten fahren)) ist als Highlight sicherlich die Sunset-Cruise zu nennen.

Vom Tempel auf dem Berg wachen einige Buddas über die Einheimischen.

Auch hier halten wir uns daran, nicht mit der Masse zu schwimmen sondern vielleicht besser mal ein paar Baht mehr zu investieren um nicht nur Sehenswürdigkeiten abzuhaken, sondern wirkliche Erlebnisse zu haben.

Die tolle Landschaft lässt sich bei gutem Wetter am besten genießen.

Ein Erlebnis ist es auf jeden Fall und neben der tollen Landschaft, spielt auch das Wetter mit und am Ende zu thailändisch-intonierten „Stairway to Heaven“ unter dem Sternenhimmel ein paar Seafood-Snacks zu dinieren hat sich nachhaltig eingeprägt. Nach einem Abstecher auf den Nachtmarkt in Krabi geht auch schon der letzte Tag zu Ende. Wir trauern einer traumhaften Woche hinterher…

Die Zeit am Meer ist schnell verflogen.

Nach einer unverschämten Verspätung von 3 Stunden bringt uns Vietjet am Silvestermorgen wieder zurück ins lebhafte Bangkok. Hallo Zivilisation – wir haben dich nicht vermisst.

Siamesische Geschichten.

Der Winter ist für mich zurück. Zum Glück ist er in Äquatornähe aber durchaus erträglich!

Etwas anlecken um es zu markieren.

Nach dem wilden Klima in Neuseeland und dem hochsommerlichen Wetter in Australien, freue ich mich nach Ankunft in Bangkok wirklich über das Winterwetter Thailands. Angenehme 25-30 Grad und dazu gelegentlich auch eine leichte Brise – so lässt es sich aushalten. Die Hauptstadt Siams hat mich schnell wieder für sich gewonnen und nach einer kurze Ankunftsphase bin ich auch schon voll drin im asiatischen Streetfood-, Nightmarket- und Tuk-Tuk-Business.

Ein neuer (Party-)König ist in der Stadt.

Lebendige Städte sind so toll dass ich auch gerne über offensichtliche Nervthemen wie Smog oder rare Mülleimer hinwegsehen möchte. Die ersten beiden Tage muss ich mich noch alleine durch die Stadt schlagen, ab dem dritten Tag gesellt sich mit Aliya, leider verspätet aber immernoch pünktlich, meine Freundin zu meiner Reise dazu. Pünktlich da wir immer noch Zeit haben gemeinsam etwas in die Welt der Millionenstadt einzutauchen und auch pünktlich da wir es entspannt zu unserem vorgebuchten Flug mit VietJet nach Chiang Mai schaffen.

Frischer Fisch auf dem Rot-Fai-Nightmarket. Hmmm lecker.

Die Stadt im nödlichen Dschungel Thailands ist für mich keine Unbekannte, sie gewinnt aber auch mit Leichtigkeit die Begeisterung meiner Freundin. Wir sind in einem zentral gelegenen Banh-Mi-Guesthouse bei Aye, Paul und Freya untergebracht, einer typischen europäisch-thailändischen Familie, die sich in Asien eine Existenz aufgebaut haben. Sie begegnen jedem Gast mit viel Liebe und Zuwendung und wir fühlen uns zu jeder Zeit gut aufgehoben. Auch wenn die Guesthouse-Industrie aktuell einen Kampf um Hotel-Lizenzen mit der herrschenden Militär-Junta führt, lassen sie uns dies nicht spüren, sondern im Gegenteil, wir begleiten die drei sogar mit einigen anderen Gästen zu einem Seegebiet, wo die Locals bei gutem Essen in Bambushütten abchillen. Eine tolle und einzigartige Erfahrung.

Chillen am Huay-Tueng-Thao-See.

Die anderen Tage verbringen wir ähnliche wie 2015: Tour zu einigen Tempeln, dieses Mal abenteuerlich mit dem Roller; dann der obligatorische und wieder wunderbare Besuch bei Woodys Elephant Sanctuary, diese Mal ohne Gruppe sondern alleine… und als Highlight ein Whitewater-Rafting-Tag durch den Dschungel.

Tolle Tiere!

Alles „Firsts“ für meine Freundin aber wir haben beide einen heiden Spaß bei der Sache.

Mit Iren in einem Boot.

Nach 4 Nächten fühlen wir uns schon heimisch und drücken eine kleine Träne weg, dass wir schon wieder die Koffer packen müssen. Aber auf jeden Fall ist wieder notiert, dass Chiang Mai immer eine Reise wert ist.

Tempelstadt Chiang Mai.

Über Weihnachten sind wir am Strand. Chillaxen…

ɹǝpun uʍop – Red center

Nach der Hektik der Stadt gönnen wir uns die letzten Tage in Australien noch einen Kurztrip zum größten Wahrzeichen des Kontinents.

Der Uluru-Teaser aus dem Flugzeug,

Mit Jetstar jetten wir 2 Stunden in das Ayers Rock Resort, das den Ausgangspunkt für alle Touren in den Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark darstellt. Das Resort ist unspektakulär aber funktional organisiert. Da das Land seit 1985 wieder von den Aboriginies verwaltet und bewirtschaftet wird, ist die Anlage außerhalb vom Park, weswegen geführte Touren Pflicht sind.

Rote Erde…überall!

Wir machen zu Beginn direkt das volle Programm, was bedeutet Sonnenuntergangstour und Sundownder-Sekt sowie morgens um 4 dann direkt wieder Sonnenaufgangstour mit Sunrise-Kaffee und Mini-Wanderung.

Abendstimmung am Uluru.

Da im Red Center Hochsommer herrscht, steigen die Temperaturen tagsüber auf bis zu 41 Grad, weswegen diese Zeit besser zum schlafen und ausruhen geeigenet ist.

Sundowner-Weinchen.

Der Nationalpark ist eine Wüstenlandschaft, die zu unserer Verweiltzeit überraschend grün sich präsentiert. Kurz vorher hat es viel geregnet, was uns einen exklusiven Blick auf diese grüne Wüste ermöglicht. Doch natürlich gibt sich der Uluru sowie die Felsformation der Kata Tjuta sich in dem ikonischen Rot die Ehre.

Die Kata-Tjuta-Formation. Genauso beeindruckend wie Uluru.

Wir bestauen die Heiligtümer der Ureinwohner und ich hatte am Anfang der Reise nie damit gerechnet, dass wir es hierher schaffen könnten.

Sonnenaufgang am Uluru.

Leider holt uns die Ziviliation schneller ein als gedacht, denn da am Rückflugtag das Netz und LTE ausfällt, ist JetStar nicht in der Lage unseren Flug durchzuführen. Interessant welche negativen Auswirkungen die Digitalisierung doch heutzutage haben kann…

Auch die Ureinwohner wissen was die Touristen kaufen wollen.

Wir werden im 4-Sterne-Hotel einquartiert und dürfen uns auf einen Rückflug mit Umsteigen einstellen. Wir nehmen wie es kommt…

Layover gut genutzt: 2 Stunden Brisbane…

Nach 9 statt 2 Stunden Reisezeit sind wir dann endlich wieder in Melbourne. Hier trennen sich am nächsten Tag Lisas und meine Wege vorerst. Wir hatten eine super Zeit zusammen aber mich treibt es nach Thailand während sie erstmal Perth unsicher macht. Dann sage ich mal „safe travels“ und so…

ɹǝpun uʍop – Marvellous Melbourne

Nach dem Roadtrip haben wir richtig Bock auf eine große Metropole und mit der lebenswertesten Stadt der Welt (Korrektur: Inzwischen ist Wien auf Platz 1) haben wir uns einen guten Spot ausgesucht.

Endlich wieder eine große Stadt…

Wir kommen 4 Tage bei Brian und Sally unter, 2 junge Malayen die ihr Ikea-Zuhause über AirBnB mit uns teilen, und sind aus dem Wohngebiet der beiden durch Uber Pool gut und günstig an die Stadt angebunden. Nachdem wir am ersten Abend erfolgreich deutsche Hausmittel (Backpulver) gegen die hochsommerliche Ameisenplage einsetzen, sind uns die beiden auch freundlich gesinnt und wir kommen gut miteinander aus. Melbourne selbst ist wie unsere Gastgeber. Optisch modern mit etwas Retro-Chic, International und seinen Bewohner gegenüber sehr freundlich. Die Tram fährt innerhalb der Innenstadt kostenlos für jeden, die Bürger der Stadt erzählen gerne über gestern, heute und morgen und das internationale Flair spiegelt sich nicht nur in der Kaffeekultur und den Speisen der Welt wider. Marvellous Melbourne wurde es Ende des 19 Jahrhunderts genannt, da der lokale Goldrausch einen Bau- und Partyboom an der australischen Südküste auslöste. Der alte viktorianische Glanz ist auch heute noch zu bestaunen, denn nach Ende des Booms hatte die Stadt schlicht und einfach kein Geld, die „Altlasten“ abzureisen. So kommt es, dass zwischen den bunten Wolkenkratzern noch dutzende Bauten aus dieser Zeit überdauert haben, was der Stadt einen ganz eigenen Charme gibt.

Die Party geht auch nach dem Goldrausch wieder weiter!

Wir genießen nach den langweiligen Städten Neuseelands das lebendige Melbourne und tauchen auch etwas in die Geschichte und die Szene ein. Streetart ist groß in Melbourne und die Eventdichte steht München oder anderen großen Städten nicht nach.

Street Art trifft Viktoria.

Nach einigen Szenedrinks wollen wir die alternative Szene anfühlen und passenderweise verirren wir uns in die Chery Bar, wo sich ein ehemaliger Misfits-Sänger bei einem Solokonzert die Ehre gibt. Endlich wieder unter Rockern!

Michaele Graves. War irgenwann mal Misfits-Sänger…

Toll dass wir dank Uber Pool Ridesharing auch Nachts noch entspannt, mit guten Unterhaltungen (mit den Mitfahrern) sowie günstig (ca. 3 Euro) zur Heimatadresse Cade Way 18 gefahren werden. Es macht Spaß nicht auf eine Ubahn warten zu müssen.
Den vorletzten Abend jetten wir noch zum St. Kilda Pier – hier soll eine Pinguin-Kollonie quasi in Griffweite sein.

Warten auf den Sonnenuntergang am St.Kilda Pier.

Und tatsächlich – nach Sonnenuntergang beginnt die Pinguin-Parade und die kleinen Kerlchen lassen sich von den vielen Handys der Touristen nicht beeindrucken, sondern sie klettern unbeeindruckt in ihre Felsenbehausungen oder watscheln vor den Piergästen auf der Uferpromenade rum. Pinguine- check.

Zwei Vertreter einer ganzen Kolonie!

Nach 4 Tagen glaube wir einen guten Eindruck von der Stadt zu haben und dass uns nicht langweilig wird, buchen wir schnell noch einen Kurztrip nach Ayers Rock, wo es den berühmten Uluru zu bestauen gibt. Dazu im nächsten Beitrag mehr…

Das älteste Gebäude Australiens…Cooks Elternhaus in England abgebaut.

ɹǝpun uʍop – Great Ocean Road

Nach dem verregneten Auckland begrüßt uns Melbourne mit angenehmen 20 Grad und Sonnenschein. Wir nutzen die Gelegenheit des guten Wetters und düsen direkt nach der Landung (+1 Nacht) mit unserem Hyundai Accent gen Great Ocean Road los.

Die Straße wurde von Heimkehrern des 1. Weltkriegs gebaut.

Die Straße wurde mir von vielen Freunden empfohlen und wir wurden nicht enttäuscht. Westlich von Melbourne windet sich die Straße erst an der Küste entlang, bevor sie abwechslungsreiche Wälder und Ebenen durchfährt und als Highlight dann die Küstenlandschaft um die 12 Apostel zugänglich macht.

Jetzt ein Motorrad…

Wir bleiben eine Nacht bei den berühmten Felsformationen und wir werden mit einem tollen Sonnenuntergang belohnt. In den letzten Jahren konnte die Geologie Erosionen in der Gegend live beobachten und am nächsten Tag lernen wir, dass einige der Arches einfach mal zusammenbrechen. 1990 zum Beispiel die London Bridge. Gerade als 2 Touristen auf der anderen Seite waren…muss ein dummes Gefühl sein… 2005 dann ein weiterer Arch und 2012 auch noch einer der Apostel. Erdgeschichte kann sich so schnell vollziehen.

Die 12 Apostel. Stand November 2018.

Nach dem ersten angenehmen Tag folgen 2 Tage Gluthitze.

Island Arch. Seit 2005 ohne Brücke.

Wir lassen uns nicht abbringen und nehmen noch die letzten Spots mit, wo sich wie immer perfekt „People of Instagram“ beoachten lassen…wie selbstverliebt kann man sein…

People of Instagram.

Der erprobste Tourist ist irgendwann am Ende und Nachmittags gibts endlich ein Sunday-Eis (und eine widerliche Frozen-Cola)…

Den letzten Tag verbringen wir im Grampians-Nationalpark. Die beeindruckenden McKenzie-Wasserfälle lassen sich auch bei 32 Grad anschauen.

Füße kühlen. Herrlich.

Nach der tollen Meerstraße geben wir den Mietwagen bei Bargain ab und verbringen einige tolle Tage in Marvellous Melbourne.

Aoteora toru. Rainy days in NZ.

Nach der pitoresken Südinsel bin ich gespannt auf die Nordinsel. Nach 2 Tagen Autofahrt und einer entspannten Fährtfahrt mit der Interislander befinden wir uns in der Kiwi-Hauptstadt Wellington. Auf einmal gibt es Autoverkehr, Hochhäuser und Unterkunftspreise jenseits von Gut und Böse. Wir quartieren uns über AirBnB vergleichsweise schäbig ein und ich bin froh dass wir diese Unterkunft nach 2 Nächten hinter uns lassen können. Wellington ist eine Stadt, die sich hervorragend zum Arbeiten und Bier trinken eignet. Für uns Touristen und Nerds sind aber die Weta-Workshop ein Must-Stop-Punkt.

Learn to make a sculpture. With tin foil! With Warren.

Hier wurden und werden Hollywood und schwerpunktmäßig Streifen von Peter Jackson mit Leben erfüllt. Wir lernen nicht nur dass Weta Plastik, Knete und Alufolie (und noch mehr Materialien) nutzt um diverse digitale Entwürfe in die Realität zu überführen, sondern bekommmen auch Einblicke in das weitere Geschäft der Traumfabrik. Die Workshops sind ein kleiner Teil der Company, denn auch Post-Production, Digital Effects und externe Sets setzt die 3000(!) Menschen starke Community um. Die Tour durch die Studios ist ein feuchter Traum für jeden Nerd und wir lernen u.A. dass bevorzugt Kiwis eingestellt werden und das z.B. das Halo-Mobil eines der teuersten Einzelstücke ist, dass die Workshops hergestellt haben. Sehr toll! Eine externe Sets und Installationen von Weta schaue ich mir die Tage danach noch an. So ist die überdimensionale Darstellung des Horros von Gallipuli im Nationalmuseum Te Papa mit Weta entstanden. Die Wunde der ANZARC-Truppen im 1. Weltkrieg sitzt tief und wird jährlich begangen. In der empfehlenswerten Ausstellung sind der Schauplatz und die Schicksale greifbar und emotional erlebbar. Sehr beeindruckend.

Das Schrecken des Kriegs wird überdimensional dargestellt.

Das bekannteste noch existierende Weta-Set steht wohl bei Matamata – Hobbinton wurde nach dem „Herr der Ringe“ abgebaut und als touristisches Highlight für die Hobbit-Filme permanent installiert. Das Set ist in seinen Ausmaßen so groß, dass wir ohne Probleme 2 Stunden durchwandern können. Neben 44 Hobbithöhlen gibt es auch den Grünen Drachen andere bekannte Landmarks, die man aus den Filmen kennt. Vergleichsweise teuer aber ebenfalls sehr zu empfehlen.

Das Auenland ist normalerweise voller Touristen…Ein Glücksfoto.

Die Wolken- und Regentage wollen nicht enden und nach Wellington trennen Lisa und ich uns für ein paar Tage. In dieser Zeit bewundere ich die Thermalgebiete rund um Roturua und Taupo und bewähltige Teile des berühmten Togaria-Crossing. Hiking-Time!

Der Tongario-Crossing geht am Mt. Ngauruhoe vorbei (aka der „Schicksalsberg“ in Mordor).

Wai-o-tapo Thermalgebiet im bei Roturoa. #nofilter

Die letzten Tage im Kiwi-Land sind dann leider so verregnet, dass wir schweren Herzens die Coromandel-Halbinsel zwar befahren, allerdings wenig stoppen um uns Sights anzuschauen.

Rainy Coromandel. Dann halt am Hot Water Beach ein Loch graben und ins Thermalwasser setzen…

Immerhin ist der Aussie-Trip geplant und von Auckland möchte wir Anfang Dezember gerne das neuseeländische Regenwetter hinter uns lassen.

Vor der Tür Neuseelands liegt Australien. Let’s goo!

Nun heißt es die Komfortzone zu verlassen und den nächsten Schritt zu gehen.

Aoteora rua. (NZ Part II)

Nach dem zivilisierten Osten der Südinsel starten wir nach einer unspektakulären Nacht im AirBnB einer Maori-Vermieterin in den wilden Westen der grünen Insel. Von Invercargill über Te Anau tasten wir uns an den Fjordland-Nationalpark heran, eine der letzten weißen Flecken auf der Landkarte Neuseelands. Der Park ist riesig und so wild, dass nur ein Bruchteil touristisch erkundet werden kann. Wir entscheiden uns für einen 3-Stunden-Track bei Manapouri. Nach einer sehr kurzen, aber teueren Bootsüberfahrt mit einem rüstigen Neuseeland-Rentner, genießen wir den unberührten Wald und nach der Häfte der Strecke eine tolle Aussicht. Wir sind die einzigen Wanderer und beim Review-Bier am Abend stellen wir fest, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat.

Belohnung für den Manapouri circle track.

Nach einem AirBnB-Zwischenstopp bei John’s Farm mit den 10 Schafen arbeiten wir uns bis in die Backpacker-Partyhochburg Queenstown vor. Diese Stadt ist tatsächlich von jungen Leuten voll, hat aber wie jede NZ-Stadt sonst wenig Charme. Wir geben viel für Parkgebühren aus, wenig für das 6er-Dorm und noch eine kleine Unsumme an Geld für die Bus-und Bootstour nach Milford Sound.

Die wilde Fahrt zur Milford-Sound-Cruise. Schnee zum Sommeranfang…

Ein Sound von vielen aber wohl das am besten erschlossene Highlight des Fjordland Nationalparks. Es ist zu empfehlen aber nicht von Queenstown, sondern am besten von Te Anau zu starten. So wird die Busfahrt kürzer aber nicht desto trotz weiterhin spektakulär. Auf Schneefall hätten wir verzichten können, aber am Ende hat JUCY und gut hin- und zurück in die Queenstown gebracht.

Tiefe Fjorde, hohe Felsen. Milford Sound – wunderschön.

Nach der Partyhochburg verbringen wir 2 Nächte im Gegenentwurf dazu – Wanaka gewinnt uns durch Charme, ein tolles Hostel und ein wunderschönes Morgenpanorama, dass wir mit weiteren Panoramen auf einer Mietwagen-Tagstour garnieren. Bisher der schönste Stopp im Wanderparadies Südinsel.

Frühstücksblick aus dem Wanaka Bakpaka Hostel.

Optisch toppt der nächste Tag dann doch das bisher gesehene. Wir erleben die Seen Pukaki, Tekapo und als Highlight gibt sich der höchste Berg der Insel, Mount Cook, die Ehre. Sonst wolkenverhangen genießen wir einen der wenigen Sonnentage im Gletschertal und erreichen auch ohne Probleme wieder mein Schrittziel.

Spaß mit dem Selfie-Stick.

Der König der Berge in Neuseeland: Mount Cook.

Nach Mount Cook arbeiten wir uns langsam wieder Richtung Nordinsel vor. Einige lange Autofahrtage sind zu überstehen, mit einigen Stopps, z.B. an den Pancake Rocks, lässt es sich aber ertragen. Nun sind wir am Sprung auf die Nordinsel, die uns die letzten Tage im Land der Kiwis unterhalten soll
So far, so good.

Die Route von Polarsteps.

https://www.polarsteps.com/MarecLightyear/1037701-whereabouts

Kia ora New Zealand.

…bedeutet so viel wie „Hallo Neuseeland“! Das Hallo war in der ersten Nacht nass und frisch und nach dem Inlandsflug von Auckland nach Christchurch die ersten Tage noch etwas müde, inzwischen bin ich aber im Land der Kiwis angekommen und genieße es.

Moureraki Boulders Beach. Ein Herz für Geologen.

Meine Reisegesellschaft und Cousine Lisa ist schon seit über 7 Wochen im Land und hat es langsam angehen lassen. Wir treffen uns in Christchurch und nach zwei Jetlag-Tagen in „Quake-City“ starten wir mit dem gemieteten Toyota-SUV gen Süden. Richtigerweise starten wir erst gen Osten, da wir uns erst die Halbinsel vor Christchurch, mit der kleinen Hafenstadt Akaroa anschauen.

Blick auf die Akaroa Bay.

Der „sceninc drive“ wird von einem Sonnenuntergang in einer Hafenbar gekrönt und nach weiteren Sneak Peaks auf die Landschaft der nächsten Wochen, sind wir nun nach einer Woche reisen bis in die südlichste Stadt Neuseelands, Invercargill, vorgestoßen.
Der Weg dorthin hat einige Nächte gedauert, wir haben aber dank unseres Mietwagens auch viele Spots anfahren können, die z.B. mit dem Backpacker-Bus schwierig geworden wären. Zu nennen ist Oamaru, ein victorianisches Kleinod am Ende der Welt, der Moueraki Boulder Beach, an dem vulkanische Aktvitäten vor Jahrmillionen Kugeln aus dem Berg gerollt haben, Dunedin mit der Otago Peninsula vor der Tür, welche verlassene Strände und unberührte Natur bietet und letztendlich die Landschaft in den Catlins, die atemberaubend, wenn auch bei unserem Besuch sehr nass war.

Verlassene Strände auf der Otago Halbinsel bei Dunedin.

Das Nugget Point Lighthouse bei den Catlins. Regenerisch aber spektakulär.

Alles in allem sind wir langsam im Sighseeing-Modus und freuen uns nun auf weitere Landschaften an der Nordküste der Südinsel.

Die Städte NZs sind unspektakulär, aber von viktorianischen Bauwerken durchzogen.

Es ist noch nicht einmal Halbzeit unseres Neuseeland-Trips. Daher auch an dieser Stelle „Kia ora“, das hier wie das bayerische „Servus“ zu allen Gelegenheiten genutzt werden kann.


Die Verfolgung meiner Reise in Echtzeit gibt’s bei Polarsteps:
https://www.polarsteps.com/MarecLightyear/1037701-whereabouts

Die erste Woche.