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Autor: Marec_

Teotihuacán. Las pirámides.

Etwas Jetlag beeinflusst brechen wir bereits um 7.30 unsere Zelte im Stadtteil Polanco ab und fahren im Strom der Berufspendler gen Nordosten. Teotihuacán lautet unser Navi-Ziel; wir fahren aber sehr bald nur dem „Piramides“-Schildern hinterher. Das Ziel enttäuscht uns nicht; ein gigantisches Areal mit Pyramiden aus 2400 v. Chr. legt sich uns zu Füßen.

Das gigantische Areal.

Fantastisch um eine Brotzeit einzulegen. Weniger fantastisch da sich auch zur frühen Stunde sich die Mexikanermassen die große Pyramide hochschieben. Egal. Wir genießen die Kultur und blenden das dauernde Gepfeife und die Jaguarrufe (spezielle Pfeifen) aus…

Überall ist etwas geboten.

Den Rest des Tages vertreiben wir uns mit dem scenic drive nach Morelia.

Feierabendbier mit Blick auf das Centro von Morelia.

Ein kleines aber pittoreskes Städtchen das uns zwei Nächte beherbergen wird.

Ciudad de México. La capital.

Nach einem entspanntem Direktflug LH 520 von München nach Mexiko geht’s in der Hauptstadt vom Gate E03 in Jörgs 3er und zu unserer AirBnB-Butze. Nicht ohne uns bereits das erste Mal über den mexikanischen Arbeitsmarkt zu wundern…so wird uns am Selbstbedienungsautomat das Parkticket abgenommen und fachmännisch in die nächste Maschine gesteckt sodass die Schranke aufgehen kann… ABM… Nach einer Powershower brechen wir morgens um 7.30 dann auch schon wieder gen City-Sightseeing auf.

Mexiko-City ist sehr grün!
Turm Latinoamerika mit Stadtleben.

Mit dem Touribus geht es durch die Sonntags angenehm autofrei Stadt und zwischendrin gibts für mich Kaffee und die ersten Mexi-Snacks wir zB Churros oder Quesadillas.

Für Touristenunterhaltung ist gesorgt.

Nach einem Abstecher auf dem Plaza de Constition und nach mehreren Bieren und Longgdrinks gehts wieder von der Servicewüste Bar zurück in die Unterkunft. Dort treiben uns die Hinterlassenschaften der beiden ansässigen Hunden bald wieder heraus…

Straßenküche ist alltäglich und ziemlich lecker.

Nach einem vorzüglichen Steakabendessen geht der lange Jetlag-Tag für mich endlich zu Ende…

Tour de Habsburg

30 Jahre Silvester und das neue Lebensjahrzehnt macht gleich vieles anderst. Nicht nur dass es das erste Silvester seit langem ohne die Waldjugend-Connection ist, es ist auch das erst Silvester seit langem in einer größeren Stadt und auch das erstmal seit längerem nicht in Deutschland. Wien kristallisiert sich in der Vorweihnachtszeit raus und den Strohhalm greife ich nur allzugerne. Nicht nur verspricht es eine wilde Silvesterparty mit Dachterrassenaktion zum Jahreswechsel zu werden, sondern ein paar Tage Sightseeing zum Start ins neue Jahr hören sich auch super an. Ohne Erwartungen aber mit der Hoffnung dass es die richtige Entscheidung war komme ich am 31.12. in Wien am Hbf an. Und ja; alles richtig gemacht.

Silvesterparty.

Bis 03.01. ist das letzte Raclette vernichtet, eine wilde WG-Party gefeiert, bei „Gran Tour“ ausgenüchtert, kulinarisch wie kulturell Wien abgehakt und eine alte Bekanntschaft wieder aufgewärmt. Ein schöner Jahresstart.

Schnitzelausflug.

Nach 9 Arbeitstagen ist kommt mir die Weihnachtsunterbrechung dann doch so weit weg vor, dass wieder das Handgepäck geschnappt ist und ich im Flieger gen Ungarn sitze. Tour de Habsburg, Part II: Budapest.

Die Partytruppe findet sich wegen des 30ers meiner Cousine in der ungarischen Hauptstadt ein. Ganz klar warum ist’s mirs zwar nicht, aber auch diese Gelegenheit nehme ich gerne wahr.

Das Budapest der Habsburger.
Das Budapest der Habsburger.
Das moderne Budapest.
Das moderne Budapest.

Die Stadt an der Donau verwöhnt uns ebenfalls kulinarisch mit Gulasch, Langosh und Hausmannskost, wir nehme aber auch kulturell so viel mit wie geht. Neben den üblichen Sehenswürdigkeiten laufen wir auch das jüdische Viertel ausgibig ab; vorallem weil sich dort die Jugend der Stadt in den Ruinbars trifft, andrerseits weil es dort mit der Synagoge auch eines der eindrucksvollsten Gebäude der Stadt anschzuschauen gibt.

Spidertime.
Spidertime.

Von den Strapazen entspannen lässt es sich dann  im Thermalbad, in dem schon die Habsburger ihre Wochenwaschtrips abgehalten haben. Wohnhaft am Oktogonplatz im Avenue-Hostel fühlen wir uns gar nicht so alt und ich freue mich, dass ich das WG-Hostel-Leben anscheinend nicht verlernt habe!

Reisetruppe.

Der Trip wurde mir zwar durch eine fette Erkältung etwas getrübt, trotzdem möchte ich ihn nicht missen und nehme die Erkenntnis mit, dass man sich viel zu selten einfach in den Flieger setzt und losjettet.

2017 – 30 years of greatness #nofilter

Das dritte Jahrzehnt meiner Anwesenheit auf diesem Planeten ist voll gemacht und auch 2017 hatte wieder die volle Dröhnung To-Dos, Reisen, Spaß und Arbeit zu bieten. Inzwischen auch standesgemäß auf Instagram dokumentiert. Hashtag life.

I
Das Jahr beginnt wie es endet, am Lagerfeuer im Schnee. Traditionen verpflichten und auch der Januar macht da keine Ausnahme. Wieder geht es zum Skikurs, wieder ins Christlum und wieder bei minus 17 Grad. #freezing. Der Monat verabschiedet sich am mit 3 Gongschlägen zum Ende des Herrenweinabends in Neustadt.

Lagerfeuer in Legau.

II
Der Monat  ist geprägt von diversen Indoor-Events wie Lasertag, LAN-Party, Ouzo-Runden beim Party-Griechen oder dem Sabaton-Konzert mit der größten LED-Leinwand ever… Die Rodelaction startet auch dieses Jahr in Runde 4 und der Winter lässt sich auch beim BMW Wintersporttag gut genießen. Ende des Monats lässt sich der Frühling schon mal anteasern und lädt zum Kaffee und Kuchen oben ohne ein. #cafewinklstüberl

A blast from the past. #lan

III
Die Frühlingsgefühle stellen sich bei bestem Wetter schnell ein und das Cabrio ist auch schon aus der Garage geholt. Zwischendrin gibt der Winter in Wagrain ein Zwischenspiel von seiner schönsten Seite bevor der Frühjahrsstart standesgemäß auf dem Nockherberg eingeläutet wird. Ende des Monats startet meine Zeitreise in die 80er. #nippon

Skiwochenende Wagrain. #thegoodlife

IV
Der letzte Urlaub als #twen war fantastisch und auch sehr erlebnisreich. Nach der Zugreise durch Japan bespaße ich erst einmal meinen Freundeskreis mit Eisenbahnfahrten und Spießbraten vom Lagerfeuer bevor ich in das neue Lebensjahrzehnt starte. Endes Monats wird auch die Wandersaison eingeläutet, die ich 2017 leider nicht voll auskoste.

Tsuwano.

V
Der Start in den Frühling markiert auch das Ende für Sebastians Singleleben, was die Kerncrew ausgiebig in Trier bei Bieren in Rockläden und Rätsel lösen im Escape Room begeht. Bevor es schon in den zweiten Urlaub 2017 geht, melde ich noch mein neues Baby-Motorrad an und freue mich auf einige tolle Ausfahrten. Mit Flo geht es Ende des Monats über die grüne Insel, was immer eine Reise wert ist. #makelifearide

Killarney

VI
Zuhause…bin ich fast nie zur Jahresmitte. Entweder bin ich auf dem Motorrad unterwegs, mache Wasserbombenchallenge im Alpin Chalet oder Headbange mit Belgier vor Rammstein meim Graspop Metal Meeting. Nebenbei wird noch der Nostalgie beim AlumniTreffen der Hochschule gefrönt oder mein aktuelles Arbeitstagesgeschäft professionell präsentiert. #vollgas

Graspop

VII
Die Gießerei und die Landshuter Hochzeit werden Anfang des Monats von DriveAktiv ausgiebig begutachtet. Eine Woche drauf spule ich wieder fast 1000 km auf diverse Fahrzeuge – die MotorradDays und der 30er von Max wollen von mir beehrt werden. Den Rest des Monats verbringe ich wieder auf 2 Rädern bzw #obenohne auf 4 Rädern. Nebenbei lerne ich noch einiges über Projektmanagement.

Besuch im Werk Landshut.

VIII
Der Festivalsommer ist im vollen Gange und mit dem Free&Easy-Festival sowie dem Retrocrew-Trip zum Summerbreeze ist schon einiges geboten. Nebenbei nutze ich auch den Sommerurlaub aus und werfe meine YiCam beim booteln in die Loisach und besuche Martin zum Bootfahren in der Schweiz. Kein #Rheinfall. Bevor es mit großen Schritten gen Herbst geht, hake ich noch Rothenburg auf meiner To-Do-Liste ab und begrüße noch meine Couisine zum Sighseeing.

Motorrad- und Kinocrew.

IX
Urlaub Nummer 3 verschlägt mich wieder auf Segelboot; dieses Mal rund um Athen. Der Rest des Monats steht wieder Motorrad auf dem Programm sowie der obligatorische Trip nach Frankfurt zur IAA. #jetsetlife

IAA

X
Die neue Batterie des i3 teste ich ausführlich im Allgäu bevor ich meine eigenen Batterien bei einer fröhlichen Kerncrew-Bierwanderung wieder ordentlich aufladen kann. Nebenher wird noch ordentlich gefeiert; sei es auf der Wiesn, der DriveAktiv-Party oder an Halloween in Dresden. #StrgKaltEntfernen

Wandern am Tegernsee.

XI
Der trübe Monat lässt mich neue Besuchsrekorde im Fitnessstudio aufstellen sowie bring eine handvoll Konzerte mit. Reiter, Rise Against, In Flames, Five Finger Death Punch und die Emil Bulls möchten im Winter geschaut werden und machen das Warten auf den nächsten Festivalsommer erträglich.

DriveAktiv-Party.

XII
Das Jahr ist schon wieder rum und Star Wars mal wieder im Kino. Ansonsten vergeht der Monat wie im Flug, sei es bei Bier auf dem Weihnachtsmarkt oder bei Traumwetter auf dem Stubai-Gletscher.

Stubai-Gletscher.

Und dann war da noch…

#thenext10years

Segeln Κυκλάδες. So nice.

Vor den Wiesn ist nach dem Festivalsommer, d.h. Kraft und Sonne tanken ist angesagt um die 5. Jahreszeit Münchens gesund zu überstehen.
Wie auch 2016 findet sich im Frühjahr 2017 eine Crew zusammen, die sich für einen Segelturn begeistern lässt. Ist erst mal die Crew und das Reiseziel gefunden organisiert sich der Rest fast von selbst. Unsere liebe Mel mietet die „Lucky Dice“, wir reisen nach Athen, verbringen dort noch 2 Sightseeing-Tage, kaufen den örtlichen Lidl leer und schon ist es Sonntagmorgen und das erste Ablegeradler ist geleert.

Sightseeing auf der Akropolis

Genauso schnell wie die lange Vorbereitungszeit ist der Segeltrip durch die Inselwelt der Kykladen dann auch schon wieder vorbei. 7 Tage blauer Himmel, Sonnenschein 28°C und ein leichter bis segeltauglicher Wind liegen am Ende hinter uns.
Hafenidylle beim Ablegen auf Paros.

Es gab keinen Streit oder sonstigen Disput, trotz der Vollbesetzung mit 11 Personen, wir bekommen so gut wie alle Vorräte pünktlich zum Verlassens des Boots geleert und jeder geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge von Bord. Lachend wenn jeder sich an die schönen Stunden zurückdenkt, die wir zusammen auf dem Boot verbracht haben, sei es beim gemeinsamen Segeln, dem gemeinsamen Kochen oder dem gemeinsamen Abendprogramm.
Chillout-Mode

Weinend wenn jeder daran denkt, dass wir in dieser Konstellation so schnell nicht wieder zusammen kommen und auch Griechenland und die verträumten Häfen und kleinen Restaurants so schnell nicht mehr mit einem Besuch unsererseits rechnen können.
Alles in allem ist die Sommerbräune wieder hergestellt, die chilligen Tage tun dem Gemüt gut und eine Pause vom #jetsetlife begrüßt jeder auch gerne.
Die Crew.

Und jetzt gilt es den nächsten Trip zu planen!

20th anniversary. 10 years in a row. #summerbreeze

10 Jahre ist es bereits her, dass es mich nach Rock am Ring und 2x Wacken das erste Mal auf dem Summerbreeze verschlägt. Damals schon auf dem neuen Gelände bei Dinkelsbühl, damals schon bei perfektem Sommerwetter und damals schon als wiederholungswürdiges Festival von mir auserwählt. Seit dem ist viel passiert: Studium abgeschlossen, Auslandssemester, neues Domizil in München, vom Student zum Arbeitnehmer, Freunde kommen und gehen. Trotzdem: Musikgeschmack bleibt. Summerbreeze bleibt. Und auch 2017 ist fühlt es sich an wie „nach Hause kommen“!

Endlich daheim.

Endlich normale Menschen, denen das Äußere nicht so wichtig ist wie die gemeinsame Leidenschaft Metal. Endlich wieder aufstehen ohne Termindruck und mit dem einzigem Ziel, wenigstens ein paar Bands zu schauen. Und endlich wieder ungezwungen über das Leben, die Welt und alltägliches wie Spültoiletten, Dosenpfand oder Biermarken philosophieren. Festivals sind so viel mehr als nur sinnentleert Bier zu trinken. Wer gemeinsam ein Festival überlebt hat, der trifft sich wieder, der freut sich, wenn man sich wieder trifft. So auch 2017, alte Crew (2009) + neue Nachbarn = neue Schicksalsgemeinschaft. Ach was ein Spaß. Trotz der späten Anreise haben wir dank dem Metalclub Odinwald ein ruhiges, komfortables Plätzchen auf der Wiese, mit netten Nachbarn, dem Duschzelt in steinwurfweite und einem machbaren 15-Minuten-Weg zur Hauptbühne. Läuft!

Ich mit Zelt. Der Rest mit dem WoMo…

Auch wenn der Klimawandel auch für Bayern nicht Halt macht, und die Planungen nicht mehr automatisch vom Hochsommerwochenende ausgehen können, so sind wir dieses Jahr wenigstens vom Sturm verschont geblieben. Nachdem der Musikgott das Technofestival Echolon und das Pop am Ring alias Chiemsee Summer zerlegt hat, hatte er ein Einsehen mit den Metalern und schenkte dem Festival eine schlammige Straße und erzwungene Gemütlichkeit unter Pavillions. Alles halb so schlimm.

Trotz Sturmwarnung den Pavillion stehen lassen. FTW.
Trotz Sturmwarnung den Pavillion stehen lassen. FTW.

Organisatorisch ist haben die Veranstalter immer noch Potential nach oben, z.B. wären Paletten an den Waschstellen sicher von Vorteil. Außerdem verstehe ich nicht, warum man die T-Stage (Tent-Stage?) dieses Jahr ohne Tent aufgebaut hat. Entweder war man zu optimistisch was das Wetter angeht, oder der imposante Zirkus war dann auf Dauer doch zu teuer. Schade aber so war der Regen dann auch das Aus für das ein oder andere Konzert. Zuerst verwundert, dann akzeptiert habe ich die neue Bühne. Größer und drehbar, dafür eine Bühne statt zwei. Kann man machen und hat überraschend gut funktioniert, gefühlt kleiner gemacht hat es das Festivalgelände trotzdem.

Truppe 2017.

Alles in allem ein würdiges Jubiläum – wer Mittwochs bereits vor Ort war hat ja wenigstens nochmal 3 Headliner mehr als Surprise Acts gesehen. Bin ich leicht neidisch drauf.
Zufrieden bin ich mit dem Line-Up – es haben sich zwar verhältnismäßig viele Headliner am Samstag geballt, trotzdem konnte man viel schauen und trotzdem zwischendrin am Zelt abhängen. Meine Highlight dieses Jahr waren sicherlich mal wieder HSB, die vor Korn die Menge gut angeheizt haben, aber auch kleinere Bands wie meine Neuentdeckung Black Inhale konnten überzeugen. Amon Amarth haben eine solide Show abgeliefert, irgendwie haben mich die Jungs aber etwas gelangweilt zurück gelassen…, mit Megadeth habe ich die „big four“ abgehakt, mehr ist dazu nicht zu sagen. Eisregen hat mir dafür umso besser gefallen und Haggard hat mich nach dem Abschlussfeuerwerk solide in den Schlaf begleitet.

Auch kleine Bands bekommen eine große Bühne: The New Black

Aber inzwischen ist Summerbreeze Urlaubszeit und so möchte ich das Festival auch zelebrieren. Freue mich auf 2018!

#thekid aus Indien

Nach der tollen Motorradsaison 2016 mit der R1200R wage ich dieses Jahr ein kleines Experiment. Seit kurzem baut BMW Motorrad in Indien Motorräder und verkauft diese 300-Kubik-Renner auch in Deutschland. Ob der Markt hierfür da ist, kann ich nicht sagen, aber mit 34 PS darf man das Ding wohl auch schon mit dem kleinen Motorradschein fahren. Ich darf das Ding sowieso fahren und bin sehr begeistert. Meine G310R, respektive #thekid, sieht cool aus, ist leicht und wendig und macht trotzdem auch auf längeren Touren gut Laune.

Der Sound ist zwar nicht erwähnenswert, da ich aber immer von RnineTs oder anderen BMW-Mopets begleitet wurde, fiel das gar nicht so auf…

Ich bin gespannt wie sich das Motorrad weiter über die Saison schlägt. Der Preis ist sowieso heiß für das Teil und mit meinem neuen „Urban“-Outfit werde ich auch sicher mal die ein oder andere Pendelfahrt in die Stadt machen. Auch dieses Jahr heißt es somit wieder: „Make Life a Ride.“

Le Graspop metal meeting

Februar 2017:
Ewas sehr trauriges passiert. Anstatt mit Aerosmith einen anständigen Head-Liner an Land zu ziehen, versagt das Management und muss mein geliebtes Rockavaria für Ende Mai absagen. Der Festivalstart scheint versaut und ich sehe den Sommer schon ohne meine Lieblingsbeschäftigung etwas langweiliger werden.

März 2017:
Eine Freundin fragt mich: „Wir gehen nach Belgien aufs Graspop. Rammstein hat gerade zugesagt und wir haben direkt Karten bestellt. Willst du auch mit?“ – „Graspop“? War das nicht das Festival wo die Crew ihre Tickets vor dem Einlass geklaut bekommen hat, vor Ort einen Sonnenstich bekamen und seit dem alle Belgier hassen? Ach egal – olle Kamellen. Also schnell Tickets und Tokens (die neue Währung vor Ort) bestellt und abwarten.

Mai 2017:
Das Rockavaria-Wochenende betrinke ich mich in Irland. Auch machbar.

Juni 2017:
Hüttenwochenende in Österreich. Vollgas und die Erkenntnis danach…am Mittwoch muss ich ja zum Festival nach fuckin Belgien fahren. Was tut man sich freiwillig alles an?!
Doch nun zum eigentlichen Festivalbericht….Zuerst Graspop – wer hat sich diesen bescheuerten Namen ausgedacht?! Er ist so bescheuert dass sich die Verantwortlichen nicht trauen, ihn rund um das Festival größer als 20pt auf Schilder zu drucken (und das wo Orte „Dessel“ heißen). Wir finden nach 8 Stunden Anreise trotzdem die Parkflächen und nach unsäglicher Plackerei mit Sackkarren in flirrender Hitze haben wir auch schon unser Lager aufgeschlagen. Sehr chaotisch fernab von irgendwelchen Wegen aber dafür wenigstens so abgelegen, dass man nicht eingestaubt wird oder sich zu viele Gäste ins Lager verirren. Hat auch seine gute Seiten. Unsere Truppe aus fast nur Schwaben ist bestens vorbereitet und so trinken wir tagelang sehr angenehm kühles Dosenbier aus Venlo, essen dekadent Mauldäschle in allen Zubereitungsformen und sitzen bequem im Schatten unter unserem Pavillon.

Unser Camp. Perfekt für einen Powernap.

Interessant ist der Fakt, dass mir dieses Mal das erste Mal der starke Zuwachs an Powerbanks auffiel. Jeder schleppt inzwischen solche Dinger durch die Gegend und das sie einem beim Einlass nicht wegen der waffenfähigen Größe abgenommen werden, verwundert schon. Strom macht auch immer Musik und dank diverser Blauzahnboxen werden unsere Einweggrillaktionen auch immer angenehm beschallt. Neben den sehr sauberen sanitären Anlagen war es das auch schon an erwähnenswerten Zeltplatzgeschichten. Nimmt man den Fakt, dass wir uns jeden Morgen und Abend Anti-Hangover-Pulver wie Aronal und Elmex einflößen und vergleichsweise viel Schlafen, könnte man meinen das Festival wäre fast langweilig gewesen. Zum Glück gab es dort allerhand zu tun, ob Foodtruck-Market, Riesenrad, Boxautos, Metal-Disko oder Becher sammeln – für jeden war zu jeder Tageszeit etwas dabei.

Im Partyzelt. Brides of Lucifer nerven allerdings.

Und ja: Becher sammeln. Aus Ermangelung an Mülleimern und Hartplastik-Pfandbechern wurde das ganze Gelände von Plastikbechern gesäumt. Für 20 Becher konnte man dann gegen Enten angeln Gadgets tauschen. Ein hirnrissiges System aber wir waren ja auch in Belgien zu Gast. Dass Englisch unter den Gästen Mangelbildung ist, haben wir dann spätestens beim Head-Liner Rammstein mitbekommen. Nach 1 1/2 Stunden gestammeltem Französisch durften wir mit unseren Stehnachbarn endlich was auf Deutsch gröhlen. Doch „Du ‚ast, du ‚ast mich gefragd“ ist doch sehr witzig anzuhören.

Das Wetter war angemessen perfekt.

Bandtechnisch war des Festival natürlich eine Wucht und auch wenn ich auf Grund der frühen Abreise Sonntags nicht mehr alle Highlight sehen konnte, denke ich doch gerne an Rammstein, Deep Purple, Dee Snider, Devildriver, Alter Bridge und Alestorm zurück.

We’re not gonna take it. Again.

Trotz neuem Sänger haben auch Five Finger Death Punch nicht enttäuscht aber In Flames hatten so ein langsames Set am Start, dass ich leider ernsthaft überlege die Karten für die gemeinsame Tour nicht zu bestellen.

5FDP – mit neuem Sänger und trotzdem super Stimmung.

Trotzdem – der Trip nach Belgien hat sich gelohnt und ich bleibe meinem Motto treu: „Jedes Jahr ein neues Festival und jedes Jahr Summerbreeze.“ 🙂

Éire – Doing it the wild atlantic way.

Nach dem Land der aufgehenden Sonne verschlägt es mich im Mai wieder auf das grüne Eiland namens Irland. Wir starten den Trip zu dritt standesgemäß in der Hauptstadt bevor es Flo und mich per Seat Mii an die Westküste verschlägt. Die Woche ist intensiv aber eine willkomme Flucht aus meinem Büroalltag.

Theme of Dublin.

Wir starten in Dublin mit Guinness, Fish&Chips und Frühstücks-Pancakes aus der Maschine. 3 Tage im Barnacles Hostel in Fallweite der Temple Bar machen Spaß und lassen neben Livemusik und Stout-Konsum auch das Sightseeing nicht zu kurz kommen. Wir folgen Pete per free walking tour bei wechselhaftem Wetter durch den Southbound und die Geschichte der Iren und treffen ihn unfreiwillig beim Whiskey-Tasting und Peperonipizza Abends wieder. Dublin ist ein nicht nur menschlich sonder auch geografisch Dorf und wenn die Suburbs mit dem berühmten Gefängnis bereits 3 km flussabwärts vom Liffey beginnen, weißt du Bescheid. Sonntags trennen sich Andis und unsere Wege und wir heizen gen Galway.

Radtour über Inishmore (Aren Islands).

Galway ist eine lebendige Studentenstadt mit einer coolen Pubszene, die wir vom B&B (Prädikat altbacken) gerne unsicher machen. Zwischendrin machen wir per Fähre und Rad Inishmore der Aren Islands unsicher bevor wir auch schon Connemara durchfahren. Scenic drives mit tollen Plätzen (z.B. Kylemore Abbey) um Mittags unser Sandwich zu verdrücken. Tag 4 verbringen wir in der Gegend um die Cliffs of Moher bevor wir meinen Höhepunkt des Trips, den Killarney National Park, ansteuern.

Gap of Dunloe drive.

Bei herrlichem Wetter erwandern und erfahren wir den Nationalpark und die Speicherkarte meiner Kamera glüht. Die Eindrücke sind toll und jedem Irland-Reisenden kann ich nur einen Abstecher in diese pittoreske Landschaft empfehlen.

Traumwetter auf Inishmore.

Den Freitg verdaddeln wir bei Regenwetter am Ring of Kerry bevor uns der Samstag noch einmal überrascht. Wir starten nach einem irish breakfast von der viel besungenen Bantry Bay gen „most southwestern point“, natürlich bei strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen. Der grüne Westen der Insel darf sich noch mal in voller Pracht zeigen und am Sheep Head und am Mizen Head verbrennt uns die Sonne noch mal ordentlich.

Beer o’clock in Baltimore.

Nach einer unspannenden Nacht in Leap chillen wir noch mal einen letzten Tag in der Sonne. Natürlich mit Spritsparchallenge und dem Soundtrack des Roadtrips „Hard as rock“. Die Insel lassen wir nach einer bierreichen Nacht in Cork hinter uns.

Eine Woche den Wellen hinterher.

Prost und Cheers auf einen gelungenen Trip.

ジャパン – Sayounara

Die letzte Fahrt mit dem Skinkansen nach Tokio ist noch einmal ein Traum von einer Zugfahrt. Auch insgesamt bin ich sehr zufrieden mit den Japan Rail Pass und auch mit allen Möglichkeiten, die uns der Pass gegeben hat. Reservieren (oder nicht), Pass vorzeigen, in irgendeinen Zug einsteigen, abfahren, ausspannen, ankommen. Wirklich genial. Hier etwas Eisenbahnromantik:



Der Pass war außerdem in den meisten Städten auch für die JR-Lines (S-Bahn) und in Hiroshima sogar für die Fähre nutzbar. Top – diese Investition hat sich gelohnt und den Urlaub auch zu einem Urlaub gemacht

In Japan ist vieles anders, vieles aber auch besser. So sind zB an jeder Ecke öffentliche Toiletten, die sauber und benutzbar sind (ich sage da nur deutsche Autobahnparkplätze…) und in jeder Unterkunft gibt es als Schmankerl High-Tech-Toiletten die den Deckel öffnen zur Begrüßung (kein Witz!) und eine Klaviatur an Knöpfen für das beste Toilettenerlebnis anbieten (z.B. „Privacy“, auf Knopfdruck Wellenrauschen…). Beheizte Brille ist auch typisch…Japaner müssen verzweifeln im Rest der Welt… Was im Rest der Welt, zumindest in Europa, interessanterweise besser gelebt wird ist augenscheinlich sinnvolle und hübsche Städteplanung. Japan ist dicht besiedelt und wurde im Krieg dem Erdboden gleich gemacht, trotzdem hätte ich erwartet dass auch städtische Gegenden farbige Häuserblocks, Parks, weniger Oberleitungen und generell etwas mehr Charme haben. Leider war das in keiner Stadt gegeben und selbst in einem traditionellen Kyoto läuft man zwischen den Tempeln durch etliche 70er-Jahre Plattenbautenviertel, die einer Restauration bedürfen. Schade irgendwie.

Das alltägliche Kyoto.
Generell ist in Japan alles putzig, klein und platzsparend, von den kastigen Minivans über Blocksiedlungen bis hin zu Möbeln, die für jeden Westler im Schnitt 20 cm zu niedrig sind..Und alles macht lustige Sounds dass es nicht so langweilig wirkt…Gut – die Insel ist begrenzt und 127 Mio Menschen wollen irgendwo untergebracht werden. Na seis drum. Jetzt ist mir klar warum Japaner Heidelberg sicher auch wegen seiner Architektur verehren – so etwas gibt es schlicht nicht im fernen Osten…

Unsere Unterkünfte haben wir über Hostelworld, AirBnB und Booking gebucht; ich habe da keinen Favoriten auch wenn AirBnB manchmal etwas persönlicher ist. Die meisten Hostels (Außnahme Hiroshima) waren sehr sauber und trotz 10er-Zimmern mit Holzkapseln habe ich nie schlecht geschlafen.

Das „PAX“-Hostel in Osaka.
Angenehm ist das schnelle Internet in allen Unterkünften sowie kleine Annehmlichkeiten wie private Duschen und kostenloses Wasser. Schnelles Internet hatte ich auch mobil wobei bei 4G Schluss war und mein Telefon speziell im Großraum Tokio immer Probleme hatte sich ins richtige Wellenband einzuwählen. Ärgerlich denn die meisten westlichen Wellenbänder (und von meinen Handy unterstützten) werden in Japan nicht genutzt. Hat trotzdem gut geklappt und der Deal 5GB für 26€ war echt fair. Essenstechnisch hat diese Reise meien kulinarischen Horizont definitv erweitert, auch wenn kein Gericht wesentlich heraussticht. Toll ist die Möglichkeit an jedem Bahnhof sich komplett fertige Gerichte als Bento-Box zu kaufen, blöd ist dass man diese meistens kalt essen muss (machen die Japaner auch so).
Mittagessen im Zug.
Ansonsten gibt es in jedem 7eleven ein Sandwich oder einen Snack für zwischendurch und an den meisten Bahnhöfen gibt es auch Bäcker mit vielen süßen Teilchen oder sogar kalten Pizzastücken. Lecker! Regionale Küche hat einen hohen Stellenwert und jede Gegend hat ihre eigenen Spezialitäten. Jede Stadt hat außerdem ihre regionale Süßigkeit – die Geschenkboxen dazu sind ein beliebtes Souvenir unter Japanern. Spannend. Mit Souvenirs haben wir uns jetzt auch reichlich eingedeckt und einige Süßigkeiten finden auch ihren Weg nach Deutschland.
Tokyos Souvenir-Süßigkeit.

Japaner haben wir leider nur wenige kennengelernt, da diese sehr freundlich und nett, aber auch sehr verschlossen und introvertiert sind. Nettigkeit ist manchmal nur aufgesetzt und wenn man dann nur widerwillig bedient wird, ist einem auch klar dass man ein Restaurant besser nicht betreten hätte. Diese Erfahrungen sind zum Glück die Ausnahme und wir haben auch viele Japaner beim Lachen beobachtet. Meistens junge Leute die einem in ihren Schuluniformen direkt ins Auge springen. Generell ist Mode und Leben hier für europäische Gewohnheiten gefühlt etwas altbacken. Röcke sind noch in Mode, Menschen fotografieren oft noch analog, es gibt noch gut besuchte Spielhallen mit Arcade-Games oder Patchinko-Slot-Maschinen, an jeder Ecke stehen Münzfernsprecher, die auch genutzt werden, jede Attraktion bietet Stempel zum Sammeln an und im Postamt gibt es viele gut besuchte Schalter wo viele Dinge auf Papier erledigt werden. Interessant…Außerdem sind Kredit-und Geldkarten nicht zu verwenden da so gut wie alles bar bezahlt wird. Nervig sicherlich für die vielen amerikanischen Touristen hier, die wohl noch nie Dollar-Cent-Münzen gesehen haben, da in USA alles mit Plastik gezahlt wird. Für uns nur Gewöhnungsache und ein wenig ein „Blast from the past“… Hätte ich von der Nation die Spielekonsoleerfindern und Smartphone-Warnhinweisschildern nicht erwartet.
Tokyo am Abreisetag.
Jetzt heißt es Abschied nehmen von Nippon; eine tolles und sicheres Reiseland mit einer spannenden Kultur und weltoffenen und freundlichen Menschen. Japan ist eine Reise wert! Sayounara.