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Kategorie: Festivals

Summerbreeze ’18. Von Hymermobilen und Tarnnetzen.

Es begibt sich wie jedes Jahr an Weihnachten – ich kaufe meine Karte fürs Breeze, ohne auch nur das LineUp oder die Reisegesellschaft zu kennen. Und alle Jahre wieder ergibt sich dann alles einfach so und bei bestem Wetter verbringe ich wieder ein Highlight-Wochenende auf dem bekannten Acker bei Illenschwang.

Die Hymermobil-Crew in Aktion.

Die Campgemeinschaft wächst über die Tage an und der harte Stammtisch, bestehend aus der Hymermobil-Crew, der „Entdeckung der Gelassenheit“ und EHNB-Clemens, freut sich bald über weitere Cousinen, Modedesignerinnen, Kuttenträger, Franzosen, Bembel-Könige, Toyboys und Bamberger-Mädels, die die Gesellschaft dauerhaft oder temporär beehren.

Das Zentrum der Macht.

Wir geben Vollgas und auf Grund der größeren Menge an Lebenserfahrung, die sich jeden Morgen am Biertisch versammelt, bekommen wir das mehr als gut hin. Die Biere sind immer kalt, das Steak immer heiß, die Stimmung nie hitzig, die Sprüche derbe und der Durst umso größer. Bayern, Schwaben, Pfälzer, Kurpfälzer, Franzosen und wen es sonst zu uns verirrt vereint in gemeinsamem Zelebrieren des Lebensgefühl METAL.

Das Tarnnetz!

Die Geschichten des Festivals schreiben sich wieder von selbst und sei es der beherzte Sprung in den seichten Ententeich nach einem 4-Stunden-20-Euro-Weißbier-Schnaps-Weißwurst-Frühstück oder die spontanen Wrestling-Einlagen inspiriert vom Rock’n’Roll-Wrestling-Bash – wir haben ne Menge Gaudi.

Weißwurstfrühstück mit Badeeinlage.

Die Musik kommt wie immer auch nicht zu kurz und ob bei Alestorm mit dem Rollstuhl surfen oder bei Carpenter Brut zu 80er-Jahre-Synth-Wave-Metal abspacken; das Breeze hat für jeden was zu bieten.

Alestorm!

Bühnentechnisch hat die Camel-Stage auf- die T-Stage dafür weiter abgerüstet, alles in allem ist die Anzahl der Eventlocations doch ganz in Ordnung. Nur die Ficken-Bühne auf dem Zeltplatz, mit Metal-Disco in der Nacht, wäre bei schlechtem Wetter verwaist gewesen. Ein Minus bekommen die neuen Privatduschen, die wohl auf Hinweis der Community gekommen sind, die aber ewig lange Warteschlangen zu Folge hatten – hier bitte wieder das Zirkuszelt aufstellen!

Statt Hüpfburg nächstes Jahr bitte wieder ein Duschzelt.

Egal wie – das Summerbreeze ist immer noch mein liebstes Festival.

Prost auf Euch!

Die kurze Anreise, das entspannte campen und die gute Musikauswahl sind einfach ein Argument, jeden Jahr ein Ticket zu bestellen. 2019 – here we go again.

Von Nova Rock bis Nova Pop

Nachdem wir jahrelang von einem fetten LineUp angefüttert wurden, nehmen Volker und ich als erstes Festival in 2018 das Nova Rock ins Visier.

Ein offizielles Bild der Webseite – wir waren wohl würdig für ein Motiv.

Das LineUp ist mit Iron Maiden, Limp Bizkit, Rise Against, Stone Sour, Kraftklub, Parkway Drive, Body Count, Arch Enemy, Donots und als LateNight-Special Otto eher weniger metallastig als frühere Festivals, trotzdem haben wir einen großen Spaß. Das „RaR/RiP Österreichs an der ungarischen Grenze bietet viele Vorzüge großer Festivals hat allerdings auch mit dem Fluch des zu sehr gemischten Publikums zu kämpfen. Einerseits freut es uns dass wir ohne Essen und Bier anreisen können, da wir alles vergleichsweise günstig (1.5€/Dose Bier, 1€/Steak) beim temporären Hofer/Aldi bekommen, andererseits wundert man sich doch sehr über Ausreiser im LineUp wie Gentleman oder Faithless, was wie die Faust aufs Auge eines Rockfestivals passen.

Grillzone ftw.

Auch wenn man oft abgelichtet wird, nur weil man eine Kutte mit Bandpatches besitzt und möglichst oft trägt, ist ein Indiz für die Ausrichtung der Veranstaltung.

Coolste Bühne!

Organisationstechnisch ist das Festival sowohl bei der An- als auch bei der Abreise so gut organisiert, dass sich auch ein „ich kann nicht neben dem Auto wohnen“ verschmerzen lässt. Wartezeiten sind fast nicht vorhanden und Bändchen sind schnell am Arm. Die Zeltplätze scheinen gut organisiert zu sein, alleine das GreenCamping war unnötig voll gestopft weil es auf Grund eines Rechenfehlers billiger als das reguläre Camping war. Verwundert hat der Umgang mit den ersten 1 ½ Schittwedder… Warum muss man eine riesen Sickergrube baggern, die nichts bringt außer dass der Campingplatz sauber durch ein Loch abgesperrt wird…verstehe wer wolle.

Wieso?!

Preislich schmerzt der Bierpreis von 5€(!) auf dem Gelände und das unnötige Cashless-System, leider nicht mit NFC am Arm sondern mit verlierbarer Scheckkarte.

Nach 4 Tagen Regen, Sonne, Konzerten, Party und Bier ziehen wir trotzdem ein positives Fazit. Trotz des bunten LineUps sind einige Perlen auf der Talentstage („RedBull-Stage“) aufgetreten, die wir nicht missen wollten. Nova Rock – wir sollten wieder kommen.

Wir kommen wieder.

Evil Has No Boundaries XXI

21 Jahre nachdem Felix, Markus und Clemens das erste mal im jugendlichen Leichtsinn ein Gartenfest auf die Beine stellen, hat sich die EHNB-Party in der Gärtnerei als lokales Highlight etabliert.

Härtnerei in der Gärtnerei.

Blaubeuren, ein Ort fernab jeder Autobahn, ist an diesem lauen Maiwochenende unser Ziel. Der harte Kern hat schon letztes Jahr das Graspop beehrt und so erwarten wir hauptsächlich ein lockeres Wiedersehen mit den Festivalgängern von damals.

Das Ergebnis ist ausbaufähig.

Meine Vorfreude darauf wurde noch übertroffen! Vor Ort gibt es neben dem Hähnchen-Wagen und den zahllosen Biersorten auch ordentliches Programm. Neben dem berühmten „Quad-Pack-Race“ (Bierlauf um die Gärtnerei) heizen auch einige sehr gute Nachwuchsbands dem Publikum ein und zu später Stunde wechselt dann doch allerhand Merch von den Pennyssurfers und Kotov Syndrome den Besitzer.

Party mit Kotov Syndrome.

Nach einer Ausnüchterungsnacht in Jochens Elternhaus / Frisörsalon gehen wir wieder alle unseres Weges. Felix, Markus, Clemens: Wir kommen wieder!

Feuertonnenromantik zu später Stunde.

20th anniversary. 10 years in a row. #summerbreeze

10 Jahre ist es bereits her, dass es mich nach Rock am Ring und 2x Wacken das erste Mal auf dem Summerbreeze verschlägt. Damals schon auf dem neuen Gelände bei Dinkelsbühl, damals schon bei perfektem Sommerwetter und damals schon als wiederholungswürdiges Festival von mir auserwählt. Seit dem ist viel passiert: Studium abgeschlossen, Auslandssemester, neues Domizil in München, vom Student zum Arbeitnehmer, Freunde kommen und gehen. Trotzdem: Musikgeschmack bleibt. Summerbreeze bleibt. Und auch 2017 ist fühlt es sich an wie „nach Hause kommen“!

Endlich daheim.

Endlich normale Menschen, denen das Äußere nicht so wichtig ist wie die gemeinsame Leidenschaft Metal. Endlich wieder aufstehen ohne Termindruck und mit dem einzigem Ziel, wenigstens ein paar Bands zu schauen. Und endlich wieder ungezwungen über das Leben, die Welt und alltägliches wie Spültoiletten, Dosenpfand oder Biermarken philosophieren. Festivals sind so viel mehr als nur sinnentleert Bier zu trinken. Wer gemeinsam ein Festival überlebt hat, der trifft sich wieder, der freut sich, wenn man sich wieder trifft. So auch 2017, alte Crew (2009) + neue Nachbarn = neue Schicksalsgemeinschaft. Ach was ein Spaß. Trotz der späten Anreise haben wir dank dem Metalclub Odinwald ein ruhiges, komfortables Plätzchen auf der Wiese, mit netten Nachbarn, dem Duschzelt in steinwurfweite und einem machbaren 15-Minuten-Weg zur Hauptbühne. Läuft!

Ich mit Zelt. Der Rest mit dem WoMo…

Auch wenn der Klimawandel auch für Bayern nicht Halt macht, und die Planungen nicht mehr automatisch vom Hochsommerwochenende ausgehen können, so sind wir dieses Jahr wenigstens vom Sturm verschont geblieben. Nachdem der Musikgott das Technofestival Echolon und das Pop am Ring alias Chiemsee Summer zerlegt hat, hatte er ein Einsehen mit den Metalern und schenkte dem Festival eine schlammige Straße und erzwungene Gemütlichkeit unter Pavillions. Alles halb so schlimm.

Trotz Sturmwarnung den Pavillion stehen lassen. FTW.
Trotz Sturmwarnung den Pavillion stehen lassen. FTW.

Organisatorisch ist haben die Veranstalter immer noch Potential nach oben, z.B. wären Paletten an den Waschstellen sicher von Vorteil. Außerdem verstehe ich nicht, warum man die T-Stage (Tent-Stage?) dieses Jahr ohne Tent aufgebaut hat. Entweder war man zu optimistisch was das Wetter angeht, oder der imposante Zirkus war dann auf Dauer doch zu teuer. Schade aber so war der Regen dann auch das Aus für das ein oder andere Konzert. Zuerst verwundert, dann akzeptiert habe ich die neue Bühne. Größer und drehbar, dafür eine Bühne statt zwei. Kann man machen und hat überraschend gut funktioniert, gefühlt kleiner gemacht hat es das Festivalgelände trotzdem.

Truppe 2017.

Alles in allem ein würdiges Jubiläum – wer Mittwochs bereits vor Ort war hat ja wenigstens nochmal 3 Headliner mehr als Surprise Acts gesehen. Bin ich leicht neidisch drauf.
Zufrieden bin ich mit dem Line-Up – es haben sich zwar verhältnismäßig viele Headliner am Samstag geballt, trotzdem konnte man viel schauen und trotzdem zwischendrin am Zelt abhängen. Meine Highlight dieses Jahr waren sicherlich mal wieder HSB, die vor Korn die Menge gut angeheizt haben, aber auch kleinere Bands wie meine Neuentdeckung Black Inhale konnten überzeugen. Amon Amarth haben eine solide Show abgeliefert, irgendwie haben mich die Jungs aber etwas gelangweilt zurück gelassen…, mit Megadeth habe ich die „big four“ abgehakt, mehr ist dazu nicht zu sagen. Eisregen hat mir dafür umso besser gefallen und Haggard hat mich nach dem Abschlussfeuerwerk solide in den Schlaf begleitet.

Auch kleine Bands bekommen eine große Bühne: The New Black

Aber inzwischen ist Summerbreeze Urlaubszeit und so möchte ich das Festival auch zelebrieren. Freue mich auf 2018!

Le Graspop metal meeting

Februar 2017:
Ewas sehr trauriges passiert. Anstatt mit Aerosmith einen anständigen Head-Liner an Land zu ziehen, versagt das Management und muss mein geliebtes Rockavaria für Ende Mai absagen. Der Festivalstart scheint versaut und ich sehe den Sommer schon ohne meine Lieblingsbeschäftigung etwas langweiliger werden.

März 2017:
Eine Freundin fragt mich: „Wir gehen nach Belgien aufs Graspop. Rammstein hat gerade zugesagt und wir haben direkt Karten bestellt. Willst du auch mit?“ – „Graspop“? War das nicht das Festival wo die Crew ihre Tickets vor dem Einlass geklaut bekommen hat, vor Ort einen Sonnenstich bekamen und seit dem alle Belgier hassen? Ach egal – olle Kamellen. Also schnell Tickets und Tokens (die neue Währung vor Ort) bestellt und abwarten.

Mai 2017:
Das Rockavaria-Wochenende betrinke ich mich in Irland. Auch machbar.

Juni 2017:
Hüttenwochenende in Österreich. Vollgas und die Erkenntnis danach…am Mittwoch muss ich ja zum Festival nach fuckin Belgien fahren. Was tut man sich freiwillig alles an?!
Doch nun zum eigentlichen Festivalbericht….Zuerst Graspop – wer hat sich diesen bescheuerten Namen ausgedacht?! Er ist so bescheuert dass sich die Verantwortlichen nicht trauen, ihn rund um das Festival größer als 20pt auf Schilder zu drucken (und das wo Orte „Dessel“ heißen). Wir finden nach 8 Stunden Anreise trotzdem die Parkflächen und nach unsäglicher Plackerei mit Sackkarren in flirrender Hitze haben wir auch schon unser Lager aufgeschlagen. Sehr chaotisch fernab von irgendwelchen Wegen aber dafür wenigstens so abgelegen, dass man nicht eingestaubt wird oder sich zu viele Gäste ins Lager verirren. Hat auch seine gute Seiten. Unsere Truppe aus fast nur Schwaben ist bestens vorbereitet und so trinken wir tagelang sehr angenehm kühles Dosenbier aus Venlo, essen dekadent Mauldäschle in allen Zubereitungsformen und sitzen bequem im Schatten unter unserem Pavillon.

Unser Camp. Perfekt für einen Powernap.

Interessant ist der Fakt, dass mir dieses Mal das erste Mal der starke Zuwachs an Powerbanks auffiel. Jeder schleppt inzwischen solche Dinger durch die Gegend und das sie einem beim Einlass nicht wegen der waffenfähigen Größe abgenommen werden, verwundert schon. Strom macht auch immer Musik und dank diverser Blauzahnboxen werden unsere Einweggrillaktionen auch immer angenehm beschallt. Neben den sehr sauberen sanitären Anlagen war es das auch schon an erwähnenswerten Zeltplatzgeschichten. Nimmt man den Fakt, dass wir uns jeden Morgen und Abend Anti-Hangover-Pulver wie Aronal und Elmex einflößen und vergleichsweise viel Schlafen, könnte man meinen das Festival wäre fast langweilig gewesen. Zum Glück gab es dort allerhand zu tun, ob Foodtruck-Market, Riesenrad, Boxautos, Metal-Disko oder Becher sammeln – für jeden war zu jeder Tageszeit etwas dabei.

Im Partyzelt. Brides of Lucifer nerven allerdings.

Und ja: Becher sammeln. Aus Ermangelung an Mülleimern und Hartplastik-Pfandbechern wurde das ganze Gelände von Plastikbechern gesäumt. Für 20 Becher konnte man dann gegen Enten angeln Gadgets tauschen. Ein hirnrissiges System aber wir waren ja auch in Belgien zu Gast. Dass Englisch unter den Gästen Mangelbildung ist, haben wir dann spätestens beim Head-Liner Rammstein mitbekommen. Nach 1 1/2 Stunden gestammeltem Französisch durften wir mit unseren Stehnachbarn endlich was auf Deutsch gröhlen. Doch „Du ‚ast, du ‚ast mich gefragd“ ist doch sehr witzig anzuhören.

Das Wetter war angemessen perfekt.

Bandtechnisch war des Festival natürlich eine Wucht und auch wenn ich auf Grund der frühen Abreise Sonntags nicht mehr alle Highlight sehen konnte, denke ich doch gerne an Rammstein, Deep Purple, Dee Snider, Devildriver, Alter Bridge und Alestorm zurück.

We’re not gonna take it. Again.

Trotz neuem Sänger haben auch Five Finger Death Punch nicht enttäuscht aber In Flames hatten so ein langsames Set am Start, dass ich leider ernsthaft überlege die Karten für die gemeinsame Tour nicht zu bestellen.

5FDP – mit neuem Sänger und trotzdem super Stimmung.

Trotzdem – der Trip nach Belgien hat sich gelohnt und ich bleibe meinem Motto treu: „Jedes Jahr ein neues Festival und jedes Jahr Summerbreeze.“ 🙂

Und es gab doch Sommer…Summerbreeze, Chiemsee Summer

Wer sucht der findet lautet ein dummes Sprichwort und auch der Sommer musste 2016 erst einmal gefunden werden. Glücklicherweise haben die Festivals zum Endspurt der Festivalsaison nicht enttäuscht. Weht Mitte August noch die warme Metallerbreeze über Dinkelsbühl so erreichen deren Ausläufer die Woche darauf auch den Chiemsee und das ehemalige Reggaefestival dort. Beide Festivals mit dem „Summer“ im Namen enttäuschen weder wetter- noch musiktechnisch.

Das Summerbreeze besuche ich dieses Jahr bereits zum 9ten Mal in Folge und es ist ein bisschen wie nach Hause kommen. Treffen um 9 Uhr morgens Mittwochs an der „Tanzmetropole“ in Neustädtlein, gemeinsames Schlangestehen, Trockeneis finden lassen und trotzdem behalten dürfen, Zelt hinwerfen, Pavillion aufbauen, T-Shirt aus – Kutte an, Louping Louis angeworfen und Pandastuhl und Dosenbier.

Louping Louis!

Zwischendrin zum Gelände wackeln und den Dreibein-Grill quälen. Was könnte es schöneres geben als einfach in den Tag rein zu leben – ohne Smartphone oder Uhr sondern nur mit verwaschener Runningorder in der Hosentasche. Herrlich. Die 2016er-Crew waren die 2015er-Crew + meine Arbeitskollegen + die With-Full-Force-Crew 2014. Ein bunter Haufen mit dem gemeinsamen Nenner Metal. Was kann da schief gehen!
Kollegen-Crew bei Eisbrecher.

Die Tage waren dann wieder ruck-zuck rum und mein persönliches Breeze-Jubiläumsticket wird demnächst bestellt. Musik gab es 2016 übrigens auch – meine Highlights waren Arch Enemy, Airbourne, Sabaton, Eisbrecher, Blues Pills, Parkway Drive und ganz besonders Steel Panther mit mehr Brüsten auf der Bühne als Pommesgabeln im Publikum. Ein Träumchen.

Die Festivalshirts sind noch nicht trocken da geht es schon weiter zur Bonusrunde – 3 Tage nach dem Summerbreeze finde ich mich schon wieder in Kutte sitzend und Biertrinkend mit Pandastuhl auf dem Chiemsee Summer in Übersee. Als Metaller bin ich sehr Exot auf dem Festival aber Parkway Drive in drittes Mal zu sehen, reizt dann doch sehr. Auch wenn wir bereits nach 2 Nächten Freitags wieder abreisen, geben Karo, Stefan und ich noch einmal richtig Vollgas und freuen uns über „ich und mein Holz“ und Donots statt Wanda.

Kollegen-Crew am Chiemsee.

Die Fäuste fliegen nicht nur bei Parkway Drive sondern werden auch gen AnnenMayCuntereit gereckt, eine Band die nicht an Langweile zu überbieten ist. Limp fuckin Bizkit und Prodigy rocken dabei überraschenderweise gleichermaßen wie übermotivierte Sportfreunde seid bitte Stiller. Nach 2 mehr oder weniger durchzechten Nächten und den letzten Dosenbierresten reisen wir gut gebräunt wieder ab.

Entspanntes Planking mit den Zeltnachbarn.

Die Sonne schien nur nicht nur im blauen Himmel vor dem Alpenpanorama sondern überall auf dem Festival.
Die Sonne scheint überall auf dem Zeltplatz.

Optisch ist die Veranstaltung sicher nicht zu überbieten – wo weigern sich der Großteil der Besucher (alles hübsche Mädels) die meiste Zeit mehr als nur Badesachen anzuziehen? Richtig – auf einem ReggaeRockPopWhatever-Festival wie dem Chiemsee Summer.

Bye, bye Festivalsaison 2016 – vielleicht noch mit Hidden Track in Saalbach beim Bergfestival…wer weiß.

Saisonabschluss mit Parkway Drive.

Summertime is busy time

Der bayrische Sommer nimmt langsam Fahrt auf und es hält mich wenig in meinen eigenen vier Wänden. Nicht dass ich Pokémons jagen müsste, es sind eher die Events rund um Musik und Festival die mich auf Trab halten. Nach dem entspannten, alljährlichen Wochenende auf dem Alpin-Chalet („was auf der Hütte passiert, bleibt auf der Hütte“) nimmt auch die Europameisterschaft an Fahrt auf und tippen auf Underdogs wie Island oder Wales führt zur Anerkennung bei den Kollegen.

Mein Leihbeamer bietet eine gute Kulisse für „privat viewing“; außerdem ist es wetterunabhängig. Nachdem die Wikinger aus Island und die Hectors aus Deutschland ausgeschieden sind, nimmt die Begeisterung für Fußball allerdings wieder ab. Die Motorradbegeisterung steigt dafür umso stärker weswegen wir spontan einen Trip zu den BMW-Motorrad-Days nach Garmisch machen. Festivalatmosphäre mit Lederstiefeln, custom bikes, stunt shows, Lagerfeuer und Rockerfeeling. Ich werde wieder kommen.

RnineT Scrambler: Bestellt!
RnineT Scrambler: Bestellt!
Die Verschnaufpause im Büro ist nur kurz, denn das Wochenende drauf werden die lange erworbenden Rammstein-Tickets in Berlin eingelöst. Das eigentliche Konzert geht (leider) nur 90 Minuten, die Atmosphäre in der Waldbühne ist aber legendär und ein Partywochenende in Berlin ist immer machbar.
Bucket list: Rammstein kucken.

Rammstein liefert die Feuershow ab, die ich erwartet habe!
Rammstein liefert die Feuershow ab, die ich erwartet habe!
Nach dem Konzert ist dann auch schon vor dem Festival. Nach nur 2 Tagen im Büro geht’s bereits zum vierten mal nach Balingen um die Metalhistorie zu feiern. Wie immer nicht ganz meine Musik aber partytechnisch immer wieder gut. Es gibt wenige so entspannte Festivals wie das Bang Your Head, das einfach nicht größer werden will und langsam Probleme bekommt, dass Legenden wie z.B. „Twisted Sister“ nach 40 Jahren ihre Bandkarriere beenden. Da muss Horst schon Mal Nachwuchskünstler auf den weiteren Bühnen auf Massentauglichkeit antesten. Supportacts wie „Killcode“ liefern aber vor einem kleinen Publikum eine solide Show ab, sodass hier Potential schlummert.

Bang Your Head Festivalcrew.
Bang Your Head Festivalcrew.

Auch wenn ich jedes Jahr sage „nächstes Jahr kein BYH“…vermutlich werde ich wieder kommen.

Rockavaria II

Nach der Premiere 2015 startet auch 2016 die Festivalsaison mit dem Heimspiel im Olypmpiapark.

Das Maskottchen.
Das Rockavaria lockt mit Headlinern wie Iron Maiden und dem Versprechen, bei tollstem Wetter vier Tage zuhause vorzuglühen bzw. -grillen. Die Wettervorhersage hält zunächst Wort und als Einstimmung Donnerstags (wie praktisch: ein Feiertag!) laufen wir erst mal unrockbar durch die Partnachklamm.

Vorglühen beim Wandern.
Schweißtreibend aber wenigstens mit Bier und Sonnenschein.  Die folgenden „richtigen“ Festivaltage verlaufen alle nach dem gleichen Schema: Zwischen 11 und 13 Uhr aufstehen, Bier auf, Trashfilm á la Hot Shots oder New Kids an, Grill an, Essen und Trinken. Eigentlich ein Traum vor Allem weil wir uns gut die Platte auf meinem Balkon verbrutzeln. Während des Festivals herrschen dann eigentlich perfekte Temperatur, die bis spät Nachts zum draußen bleiben einladen. Das ziehen wir die Tage auch durch und haben ne Menge Spaß…

Afterhour in der SchwaSi.
Festivaltechnisch ist das Rockavaria wieder angenehm unkommerziell (wobei ein paar Merch-Stände wären schon gut) und die Bühnenaufteilung ist viel besser, allerdings ist es dieses Jahr Freitag und Samstag noch schlechter besucht als das Jahr zuvor.

Die neue Seebühne ist top.
Beim Headliner vor die Bühne laufen – entspannt.
Mal sehen ob sich das lohnt…angeblich wäre der Olympiapark für 3 Jahre gemietet. Musiktechnisch sticht Iron Maiden wirklich hervor, da es ansonsten kaum wirkliche Headliner gab. Powerwolf als Opener geht immer und mit Sabaton (diese Mal im Spaghettiregen) kann man auch immer „noch ein Bier“ trinken.

Powerwolf!

In Ex war solide auch wenn ganz schön viel Müll durch die Gegend geschossen wurde. Der Rest war etwas Leichenschändung.

Sei es auf dem vermutlichen Motörhead -Spielplatz mit dem Stummfilm Gutterdämmerung oder bei The Passenger mit Iggy Pop. Nimmt man mit, ist aber auch schnell vergessen. Schade.

Am Ende bleibt es bei einem einstündigen Regenguss.

Trotzdem alles in allem hat das Festival eine zweite Wiederholung verdient. Rockavaria 2017 – bring it.

20 Jahre Bang Your Head und Hoch-Summerbreeze

Nach dem festivalähnlichem AC/DC-Konzert, der Festivalpremiere des Rockavaria im Olympiapark und nach Truckfighters, Everlast und Il Nino auf dem Free&Easy-Festival im Backstage, geht’s im Juli und August endlich mal raus aus der bayerischen Hauptstadt. „Oben ohne“ cruise ich mit dem Cabrio ins schwäbische Balingen und nach Illenschwang – beide Male bei blauem Himmel, Temperaturen über 25°C und schönstem Sonnenschein. In your Face Wacken-Besucher…

Bang Your Head
Von der Welt schon als „einzig wahres Wacken“ bezeichnet, ist das BYH auch in der 20ten Auflage das Mekka für alle langjährigen Metalfans und Bandurgesteine. Ab 2015 gönnt sich auch das kleine BYH einen dritten Festivaltag, was den bei gleichem Preis den Spaß nur erhöht. Meine musikalischen Highlights waren neben Klassikern wie Accept, Pretty Maids und Anvil auch die argwöhnisch betrachteten „New-Metal-Bands“ Sabaton und natürlich Arch Enemy.

Sabaton von vorne!

Angenehm ist das BYH auf jeden Fall auch deshalb, weil ich selbst bei den Headlinershows immer bei Beginn aus dem Shuttlebus aussteigen konnte und trotzdem 5 Minuten später direkt vor der Hauptbühne stand. Perfekt.

Die Härtner-Truppe.

Das Drumrum war für mich jetzt keine Neuheit und an Shuttlebus und das Open-Air-Duschen hatte ich mich schon letztes Jahr gewöhnt. Interessant war die Tatsache, dass unsere (wir=Härtner) Campmitbewohner allesamt aus Balingen kamen, es aber nie auf das Festivalgelände geschafft haben… Dafür war deren Ausstattung fürstlich. Russisches Armeezelt mit Fenstern(!), schlafen auf Feldbetten, Generator, Smoker-Grill uvm.

Das feudale Camp.

Nur irgendwie trübt sich meine Festivalstimmung etwas ein, wenn ich mit meinem Dosenbier auf nem Ledersofa sitze, mir ein Ventilator ins Gesicht bläst und ich meinen Nebenmann auf Grund der Musiklautstärke anschreien muss. Aber ist auch mal eine Erfahrung. Trotzdem ist mir letzten Endes mehr siffen lieber…
Am Ende des Festivals bin ich aber nicht nur um eine Liste von besuchten Livekonzerten reicher, sondern endlich auch um eine „Läder“-Kutte mit Patches drauf. Feini Sach.

Die neue Kutte!

Summerbreeze
Auch das Summerbreeze gönnt den Festivalbesuchern dieses Jahr die frühe Anreise auf den Campingplatz, sodass man meinen müsste, dass nun die Staus zum Gelände auf Dienstag verlagern. Leider stehen wir aber auch Mittwoch im Stau, was allerdings wieder heimeliche Gefühle weckt, da es „wie immer ist“ (Treffpunkt „Tanzmetropole“ Neustädtlein). Dank Jurte, Pavillion, Quechua-Zelten und Hanomag-Wohnwagen können wir aber, entgegen dem Trend, eine stattliche Campingfläche belegen. In unserer Jurte lebt es sich palastartig, vor allem wenn der Schwenker die Schweinesteaks und Tofuwürstchen brät und das trockeneisgekühlte Bier in Strömen fließt.

Das feudale Camp.

Etwas leiden muss das Camp bei einigen kurzen Hitzegewittern sodass mein Pavillon das Festival leider nicht überlebt. In den Wirren von Sonnencreme, Bierdurst und Regengüssen verliert sich leider auch mein (Not-)Autoschlüssel, sodass der ADAC meinen Funkschlüssel aus dem verschlossenen Fahrerraum fischen muss. Dumm gelaufen.

Sommergewitter.

Als Premiere verirrt sich BYH-Fanboy Phil auf das Breeze und ist eigentlich ganz zufrieden. Er stellt bayerische Rekorde im Bierbong-Trinken ein und wir verbringen einen hopfen- und weißwursthaltigen Vormittag in Illenschwang (auch eine Premiere).

Weißwurstfrühstück.

Auf dem Breeze wird noch Metal zelebriert und nicht das Partyvolk (wie in Wacken). Eine Abwesenheit von Wikingerdorf oder Metalcatchen ist meiner Meinung aber als positiv hervorzuheben. Doch das Summerbreeze ist nicht nur vom Camping her sehr angenehm, sondern auch musikalisch ist das Festival meine Nummer 1. Viele meiner Lieblingsbands geben sich die Klinke in die Hand, auch wenn die (Metal-)Genres doch sehr verschieden sind.
Dieses Jahr konnte ich endlich einen Haken hinter Nightwish setzen (na geht so) und Powerwolf als Headliner bejubeln (geil).

Kraftwolf.

Auch wenn ich kein ausgewiesener Trash-Metal-Fan bin, haben die Big Teutonic Four (Tankard, Kreator, Destruction und Sodom) doch eine ganz gute Performance hin gelegt. Das spaßigsten Konzert war sicherlich Alestorm – vor allem die Wasserschlacht neben der Bühne wird mir gut in Erinnerung bleiben. Als Tribut daran habe ich mir die „Banana-Duck“ vom Frontsänger auf den Rücken malen lassen – hat man auch nicht alle Tage!

Duck Metal!

Als Neuentdeckung vom Breeze 2015 nehme ich Kadavar mit – 70er Jahre Rock ist wieder im Kommen und die Berliner rocken ordentlich.
Mit dem Breeze endet meine Festivalsaison 2015. Da liegen die Karten 6 Monate rum und dann geht alles wieder sehr schnell vorbei. Aber nach dem Festival ist vor dem Festival – die Karten für 2016 werden bald bestellt…

Und dann war da noch…:

International völlig unbekannt!

Rockavaria in München

Als etablierter Festivalgänger freue ich mich schon seit einem halben Jahr auf die Erstauflage des „Rockavaria“ um die Ecke im Olympiapark. Nun ist das Festival auch schon wieder vorbei und alles in allem wurden meine Erwartungen erfüllt. Grillen, Bier, Metal und Sommerfeeling – im Prinzip alles was ein normales Festival ausmacht nur ohne Anreise und „sauberer“. Entspannt.

Gebrandete Becher gab’s schonmal…

Trotzdem versuche ich mich mal an einem detaillierteren Fazit.

Infrastruktur
Der Olympiapark ist natürlich super für Großveranstaltungen aller Art und auch ein großes Festival lässt sich gut ausrichten. An- und Abreise klappt dank der Stadt München auch mit der U-Bahn gut und das Fahrrad kann ich getrost stehen lassen. Das Konzept des Geländes ist noch verbesserungswürdig – warum ist das Gelände für alle offen, sodass theoretisch jeder Münchner Jogger durchlaufen kann – unnötig vor allem weil deswegen vor jedem Veranstaltungsort die Bändchen kontrolliert werden müssen. Thema Veranstaltungsorte: Halle super vom Sound her, Olympiastadion hallt ganz schön, Theatron immer wegen Überfüllung geschlossen und falsche Bandauswahl für ein Amphietheater. Soviel dazu.
Essen und Trinken gab es genug auch wenn 4,50 für ein Helles doch ordentlich sind. Immerhin war der Service sehr flott und hat die Becher gut voll. Und Münchner Biere ist auf einem Festival auch generell zu begrüßen.

Chillen ging gut auf dem Olympiagelände

Festivalfeeling
Kein Campen, geduschte Bayern, geteerte Flächen überall – nein das Rockavaria ist wirklich anders und kein Festival im klassischen Sinn.
Auch wenn das Anstehen im Autokorso entfällt – es fehlt einfach der ganze Spaß den man auf dem Campingplatz hat und der Reiz, einfach mal „rumzusiffen“… Im Campingstuhl auf dem Balkon grillen kann das leider nicht ersetzen. Das Festival ist neu und hat komischerweise auch noch keinerlei Sponsoren – erst auf dem Rockavaria ist mir aufgefallen, wie kommerzialisiert doch andere Festivals sind. Keine „Ficken“ Schilder, kein Metalmarkt oder wenigstens EMP, NuclearBlast oder sonstige Merchstände, keine Werbung für neue Alben oder die Metalcruise auf den Videoleinwänden und viele ungebrandete Becher. Einseits herrlich unkommerziell aber irgendwie gehört das doch auch irgendwie dazu…
Dazu kam, dass das abwechslungsreiche Lineup leider dazu geführt hat, dass zwischen Kuttenträgern und Killernieten viel zu viele Pop-Fans waren. Somit war das Festival eben kein Rock-/Metal-Familientreffen sondern eher ein bunte Mischung. Wobei viele Festivals á la Rock am Ring genauso aufgestellt sind.

Alles so sauber hier…

Musik
Die Musikauswahl war generell gut, allerdings waren mir manche Überschneidungen und Abfolgen der Running Order ein Rätsel. Warum lässt man zwischen den Metallegenden „Testament“, „Kreator“ und „Metallica“ eine Band „Faith No More“ spielen? Hier gibt es ungefähr keine Überschneidungen was das Publikum angeht. Schade. Und alle Hard- Metal- und Deathcorebands im Theatron ohne Circle-Pit-, Wall-of-Death- oder Moshpit-Möglichkeiten auftreten zu lassen muss mal einer verstehen…
Trotzdem gab es einige Konzerte, die mir in Erinnerung bleiben werden. Limp Bizkit, Five Finger Death Punch, Judas Priest und Airbourne wäre schade gewesen zu verpassen.

5FDP. Wahnsinn.

KISS

Fazit
Der Anfang ist gemacht – wenn die Kinderkrankheiten beseitigt werden und nächstes Jahr vielleicht doch gezeltet werden darf, freue ich mich auch wieder auf 2016!