Zum Inhalt

Monat: Februar 2011

Trip to Music City

Nashville! Ein kleines Staedchen in Tennessee hielt uns die Tage in Atem. Doch beginne ich von vorne. Nachdem ich meinen amerikanischen Fuehrerschein bekommen habe, entschliessen Milhouse, Nelson, Martin und ich das gewonnene Geld und die gewonnen Freiheit in einen Mietwagen zu investieren. Fuer die Ferien stand zur Auswahl. Disneyland, Florida oder Weltausstellung, Knoxville. Da die Knoxville-Weltaustellung eine Sonnenkugel zu bieten hat war die Entscheidung klar. KNOXVILLE! KNOXVILLE! KNOXVILLE!… Dort angekommen machte sich Ernuechterung breit….Ok, ok – das ist nicht unsere Story, sonderen eine von Bart Simpson aber die Parallelen sind Unverkennbar.

Wichtig – wir waren auch in Knoxville! Von der Weltaustellung 1982(!) ist tatsächlich nichts übrig außer eine Sonnenkugel (Ob Perücken drin sind konnten wir leider nicht überprüfen) und ja, die Stadt kann ansonsten nichts. Also nichts wie auf den Highway Richtung Nashville. Nach einer langen Fahrt durch die Smokey Mountains konnten wir es uns im Hotel gemuetlich machen und die Stadt unsicher machen. Hier laesst es sich wirklich gut feiern, da auf dem Broadway aus jeder Tuer (Country) Live-Musik herauswabert und man es echt schwer hat zu entscheiden. Nashville zieht die Jugend aus der Großraum von ca. 4 Stunden Fahrt an, sodass wir unseren Spaß hatten!

Quasi direkt neben Nashville liegt Lynchburg – Sitz der Jack Danials Distillery. Ok – Lynchburg ist eigentlich 1 ½ Stunden weg und liegt mitten in Hillabilly-Land aber das tut nichts zur Sache. In der Distillery konnten wir unseren Alkoholdurst allerdings nur virtuell stillen. Diese liegt naehmlich in einem Dry-County, d.h. es herrscht die Prohibition…Rednecks…

Das Pantheon, da natuerlich in Nashville steht, habe ich leider nicht mehr gesehen, dafuer habe ich ein sehr schoenes Hard-Rock-Cafe-Shirt erworben sowie meine Hutkollektion erweitert.

Mehr Fotos unter http://www.ipernity.com/doc/hofherr/album/225332

Stimmung: Noch 1 Woche bis Thesis-Start!
Wetter: 21 Grad, Sonnenschein

Redneck-Wochenende

Um dem amerikanischen Lebensstil gebuehrend zu begegnen leben wir das Wochenende wie der Durchschnitssuedstaatler. Nachdem wir uns Freitags bei Popcorn und Diet Cola „Sanctum“ im IMAX 3D reingezogen haben, beginnt Samstags der eigentliche Spass. Wir besuchen eine Gunshow! Nein, hier werden keine Messer geworfen oder Schwarze von Baumwollfeldern vertrieben, aber es kommt schon nah dran. Nachdem wir der amerikanischen Waffenlobby, namentlich der NRA, 5$ „spenden“ bekommen wir Einlass in die Hoehle des Loewen. Diese Hoehle ist eigentlich eine alte Fabrikhalle und randvoll mit Waffen… Es gibt alles zu kaufen und man bekommt alles verkauft. Von der halbautomatischen Handfeuerwaffe ueber antike Revolver bis hin zum Stand-MG – es gibt wirklich alles…

Nachdem wir uns intensiv mit Schrotflinten und Hinterlassenschaften es Dritten Reichs (die Suedstaatler lieben alle Deutschen – und zwar nur wegen Adolf und den Nazis…) beschaeftigt hatten, haken wir diesen To-Do-Punkt auf der Liste ab und erklaerten insgeheim alle Einheimischen fuer wahnsinnig. Nachdem wir auf der Autoauktion nebenan fast ein 75er Chevy Cabrio fuer 3000$ kaufen, machen wir uns auf zur ShootingRange.

Dort wollen wir unsere nicht-gekauften Waffen austesten. Leider hat irgendeiner beschlossen Ladenoeffnungszeiten einzufuehren, sodass wir vor verschlossenen Tueren stehen. Naja dann muss das rumgeballere halt noch warten. Die Abendplanung sieht vor, wieder als Siemens-Manager getarnt einen Club zu besuchen. Nachdem wir uns im Walmart mit Bier eingedeckt haben (und nebenbei wie der Durchschnittsamerikaner auch nur mit den Elektrobuggys durch den Markt heizen),

kommen wir im Club an. Wie es sich gehoert, begruesst uns der Clubmanager persoenlich und schmeisst erst eine Runde Bier. Da man dort am 12 sowieso sein eigenes Bier mitbringen darf, ist dies das erste und letzte Bier auf die Rechnug des Clubs.. Unsere Devise ist hier weiterhin: Zielsicheres Auftreten bei absoluter Ahnungslosigkeit. So leicht ist man hier VIP!

Um wenigstens ein bischen Dampf abzulassen, ballern wir am naechsten Tag gegenseitig mit Farbkugeln ab.

Ist Paintball in Deutschland noch als eine Art Sport angesehen, ist es in den USA ganz klar ein Kriegsspiel. Wir spielen Capture the Flag, Haeuserkampf im Nahen Osten, Haeuserkampf im Ostblock, Sturm auf die Normandie und Woodland. Macht trotzdem richtig Spass und die blauen Flecken halten sich in Grenzen.

Mit einem halben Kilo T-Bone-Steak beenden wir das Leben als Durchschnittsamerikaner Sonntag Abends.

Mehr Paintball-Fotos unter http://www.ipernity.com/doc/hofherr/album/224607

Was kostet die Welt?

15 Dollar! Soviel haben wir fuer eines der Topspiele der NBA bezahlt! Dallas Maveriks vs. Charlotte Bobcats. Die Dirk Novitzki Einmannshow  war beeindruckend. Am Ende hatte Dirk alleine 31 Punkte erziehlt und damit fast doppelt soviele wie seine Teamkollegen (von den Bobcats gar nicht zu reden). Da wir uns auch nicht mit dem zweitbesten zufrieden gegeben haben, verwaisten unsere billigen Plaetze waehrend 3 von 4 Quartern. Wir machten es uns derweil in der „Founders Suite“ bequem. Doch Luxus hat seinen Preis. Auf Grund der etwas schlechten Sichtverhaeltnisse entschlossen wir uns nach einen weiteren Quarter erneut den Block zu wechseln. Im 103 Block konnten wir fast in die Defense der Bobcats eingreifen…

Der Abend entwickelte sich stilvoll weiter. Nachdem wir, auf Grund unseres gepflegten Aeusserens und des zielstrebigen Auftretens, unsere VIP Baendchen fuer den teuersten Club der Stadt foermlich aufgedraengt bekamen, werteten wir diese Location durch unsere pure Anwesenheit sehr auf.

Da uns 200$ fuer eine Flasche Wodka dann doch zu billig erschienen, wandten wir uns dem guten hollaendischen Bier zu, das uns die neidischen Blicke einiger 22-jaehrigen Bacheloretten einbrachte. In unserer unendlichen Guete erbarmten wir uns, ihr vor dem Bund der Ehe noch einige Dinge in Sachen Junggesellenabschied beizubringen…

Am naechsten Tag wurden wir von Planungen zum Super Bowl foermlich ueberrannt. Nachdem sich ueber Gesichterbuch einige Leute einfach mal selbst zum Spiel eingeladen hatte, mussten wir diesem amerikanischen Sportereignis 4 Stunden unserer wertvollen Freizeit ueberlassen. Das Spiel war langweilig, die Regeln kapiere ich noch immer nicht und das einzig gute waren die Werbepausen. Sogar fuer BMW South Carolina wurde Werbung gemacht!

Mehr Fotos unter http://www.ipernity.com/doc/hofherr/album/223681

Stimmung: Busy.
Wetter: Nasskalt, keine Sonne mehr

Dumm lebt sichs auch gut

Von der Arbeitgibt es zur Zeit nur relative unspektakulaere Dinge zu berichten. Mein erster Entwurf fuer mein Expose steht (danke an Stefan fuer den netten Input), mein Thema ist immer noch nicht klarer definiert, mein Betreuer antwortet auch nach einer Woche noch nicht auf meine E-Mail und wenn ich noch weiter recherchiere ersticke ich in einem Berg von Information (in der IT-Welt wird taeglich das Rad neu erfunden – schrecklich). Wenigstens habe ich dank meiner Thesis irgendeine Beschaeftigung auf der Arbeit. Die ganzen amerikanischen Praktikantenkollegen vertreiben sich die ganze Zeit mit Filme schauen – unglaublich…Nach der Arbeit versuche ich jetzt 2x die Woche wenigstens ins Fitnessstudio zugehen, mal kucken ob ich das durchhalte.

Letzten Freitagfand nun die erste Party auf der Farm statt – die Location schlechthin weils keine Nachbarn, genug Platz und nen Tischkicker gibt. Ausserdem wohne ich dort,d.h. der kurze Weg ins Bett ist mir sicher 🙂. Die Party war wie man sich ne Ami-Party vorstellt.

Wir haben Burger gegrillt, ganz viel Budweiser aus Dosen getrunken,mit Collegemaedels aus roten Bechern irgendwelches undefinierbares Zeug runtergekippt und Wobble getanzt. Wobble? Ja das haben die Schwarzen hier im Blut.Ein Lied und im Club gehen alle drauf ab. Ist man weiss hat man es schlichtweg nicht im Blut…aber man kanns mal probieren.

Ne aehnliche Sache ist LineDance – total populaer hier in den Clubs – erinnert mich an Macarena auf Rihanna…

Samstags haben Julian und ich uns dann mal nach Atlanta aufgemacht. Alle anderen waren natuerlich schon dort (sind ja schon laenger hier). Ganz ehrlich – wenn man in Amerika ist sagt man nicht „hey Atlanta – da muss ich unbedingt hin…“ Und ja –es lohnt nicht wirklich. Was gibt es zu sehen? Ein ganz nettes Aquarium und die Coca-Cola-World. 

Dort kann man Fischekucken oder ganz viele widerliche Limonaden testen…

Krass in Atlanta ist,dass es fast nur Schwarze dort gibt. Ich bin noch nie U-Bahn gefahren und war der einzige Weisse. Hier kann man es erleben. Nicht dass das schlimm ist oder so, aber wenn hier in der Daemmerungszeit dann noch die ganzen Leute ablungern oder mit ihren Pimpkarren rumfahren, kommt man sich schon etwas komisch vor…

Gelernt habe ich aber eins an diesem Wochenende. Der Film „Idiocracy“ ist keine Science-Fiction. Wenn das hier soweiter geht wird es so enden. Die Leute hier sind teilweise so doof, das isteinfach unfassbar… Hier mal ein paar Beispiele:

      Beim Tischkicker sind die Ecken nicht abgerundet – ergo – Ball bleibt im Eck liegen Die amerikanische Loesung lautet: Einfach mal 3 Torwaerte ins Tor stellen…

      Wal-Mart-Sortiersystem:Erst das Obst, dann die Fruestueckssachen, dann Postkarten, dann Torten, dann Waschmittel, dann wieder Lebensmittel wie Kaese und Tuetensuppen.

      Im McDonalds redet der Bestellschalter nicht mit dem Ausgabeschalter. Man sagt einfachwas man bekommt (so leicht bekommt man auch Getraenke wenn man keine bestellthatte…)

      In Atlanta werden Discounts nicht abgesprochen. Wir sind einfach zur Coca-Cola-World gegangen und haben gesagt, dass die im Aquarium gesagt haetten, dass wir einen Rabatt bekommen – zack – schon haben wir den Rabatt…

       Mit dem amerikanischen Fuehrerschein kann man sich problemlos als Amerikaner ausgeben, da keiner nach Wohnort oder irgendwas fragt (und so z.B. eine Schrotflintekaufen)

       Mitdem deutschen Fuehrerschein kann man sich als Alles ausgeben (z.B. als Managerum einen Rabatt zu bekommen (hey I’m german).

      Ampeln die hintereinander angeordnet sind werden nicht synchronisiert. Schaltet die eine auf gruen, schaltet die Ampel 10m weiter auf rot…

      Fuer die Amerikaner besteht Deutschland aus Autobahn und Bier. Nichts anderes. Geographisch sagt selbst Ramstein (die groesste amerikanische Militaerbasis) hier niemandem was…

Die Liste werdeich weiter ergaenzen.

Ich sage nur: Ichbin so klug. K-L-U-K“

Stimmung: Leicht erkaeltet.
Location: ITRC, Farm, mal sehen
Wetter: 5 Grad, nebelig, Nieselregen