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Monat: Januar 2011

Ein ganz normales Wochenende…

Heute mal wieder einer der beliebten Blogeintraege. Arbeitstechnisch laeufts inzwischen ganz gut. Ein Entwurf meines
Exposes steht, was der genau Inhalt der Arbeit wird, muss ich allerdings noch abklaeren…

Das letzte Wochenende habe ich Freitags in Downtown Greenville verbracht. Dort wir man allerdings um 2 aus der Disko rausgeschmissen, weil keine Alkohol mehr ausgeschenkt werden darf. Naja wir waren dann noch in somen Sportsbar Schuppen, der aber irgendwie mies war. Am naechsten Morgen war ich trotzdem irgendwie verdammt muede… Samstags bin ich dann mitm Kollegen nen bischen 1968er Mustang gefahren. Super geiles Teil und hat auch echt Spass gemacht.

Abends haben wir dann von unserem Landlord (Vermieter) dann richtig geile Rips gemacht bekommen. So als Begruessungsessen fuer mich. War ein Bauch-voll-schlag-und-viel-trinken-Abend mit nem Haufen Smalltalk. Mein Landlord Ian ist richtig cool drauf aber halt ein typisch konservativer Suedstaatler. Trinkt viel und steht auf Kirche und so Krams. Untypischerweise ist er aber kein Waffennarr – eigentlich ganz sympatisch.

Um das Wochenende ausklingen zu lassen fahren wir Sonntags nochmal auf den Redneck-Flomarkt um die Ecke . Ich ueberlege mir echt die Rheinland-Pfalz-Flagge zu kaufen 🙂 Die gibts da einfach…

Nach einem Stop im „Greenville Beer Exchange“ (1300 Sorten Bier gibts da – der beste Laden in der ganzen Region!) geben wir uns Abends nochmal richtig geiles Essen.

Bevor wir in dem Steakhosue aber unser Steak bekommen, gibts erst mal Erdnuesse und so suesses Brot (schmeckt wie Dampfnudeln) mit Zimtbutter zur Vorspeise. Verrueckte amerikanische Esskultur…

Stimmung: Heute Abend steigt die erste Farm-Party. Bierdurst 🙂
Wetter: Morgen 17°C und Sonnenschein, top!
Location: Farm – morgen gehts mal schnell nach Atlanta…

Pretzels!

Gestern und heute habe ich mal mein Auto bei Firestone durchchecken lassen. Mazda Protege, Baujahr 2001, 169000 Meilen. Da es hier ja keinen TUEV gibt fahren die meissten ihr Auto so lange bis es regelrecht auseinanderfaellt. Das merkt man vorallem auf dem Highway, wenn man alle paar Meilen ein liegengebliebenes Auto sieht, massig Reifenteile teilweise auf der Fahrbahn hat, neben einem bei einem fahrenende LKW grade mal so ein Rad platzt und der einfach weiterfaehrt oder wenn wegen eines Motorschadens einfach mal aprupt jemand auf der linken Spur anhaelt und ich ne Vollbremsung hinlegen muss…. Bevor mir das passiert investiere ich lieber vorher etwas Geld in den fahrbaren Untersatz. Letzendlich sind wohl meine Bremsscheiben recht abgenutzt und anscheinend fehlen mit einige Radbefestigungsmuttern(!)… Da waere mir vielleicht beim naechsten Monsterschlagloch (die es hier zuhauf gibt) mal das Rad abgehauen. Nein danke.

Heute stellen wir mittags fest, dass neben dem Firestone direkt die „Bavarian Pretzel Factory“ is. Ne deutsche Besitzerin bietet dort typisch deutsche (bayerische) Kueche (und Brot!) an und beliefert nebenbei auch die BMW Werkskantine mit Essen. Ist zwar gut teuer aber was macht man nicht fuer die monatliche Brezel oder einen Fleischkaese zum Mittagessen… Ich glaub wenns mich mal packt werde ich mir sicher auch mal das ein oder andere Brot dort kaufen (das amerikanische Labberbrot ist grausam).

Wenn einen Nachmittags beim Arbeiten irgendwann der Hunger packt…also ab zum Automat. Dann ists wie bei Homer Simpson. Dollar, Dollar raus. Dollar rein, Dollar raus. Argh.. Endlich gewaehlt…Dann bleibt der Riegel auch noch stecken…Unglaublich. Der Securitymann von nebenan hilft mir dann, indem er einfach mal schnell den Automaten kippt… Inzwischen habe ich jetzt fast alle ekligen Schokoriegel durch (einmal probieren muss reichen), heute war MilkyWay dran. Tja von wegen. Mars heisst hier MilkyWay…

Nachm Feierabend gehts dann noch schnell ins Uni-Fitnessstudio um die Ecke und dann is gut.

Stimmung: Kopfweh 🙁
Wetter: Bewoelkt, im Buero wie immer Eiszeit…

Washington

01/14 – 01/17/2011

Washington!
Relativ kurzfristig entscheiden wir uns das lange Wochenende (Montag ist Martin-Luther-King-Day) zu nutzen und mit einigen anderen Praktikanten nach Washington gefahren. Den, fuer US-Verhaeltnisse, Katzensprung von 8 Stunden Fahrt treten wir Freitag Mittag an. Nach der obligatorischen Burger-Pause zur Abendzeit erreichen wir gegen 24 Uhr die US-Hauptstadt, die menschenleer ist, denn Freitag Abend sind alle Beamten schon zuhause und die Studenten sind noch nicht auf der Piste. Uns kommt das ganz gelegen denn ohne Navigationssystem muessen wir uns mit der Strassenkarte begnuegen… Nachdem wir unsere beiden Mitfahrer (die nicht im Hotel sondern in einer 10qm Studentenbude uebernachten) rausgeworfen haben, gehts weiter ins Hotel. Holiday Inn Capital – 3 Sterne, Fernseher und KingSize Betten – passt. Nachdem der Schlachtplan fuers Parken (das gut organisiert sein will) gemacht ist, fallen wir ins Bett.

Samstag steht die obligatorische Sightseeing-Tour an. Freundlicherweise hat der Stadtplaner alle Sehenswuerdigkeiten und Museum auf einen Haufen gepackt (National Mall), sodass wir einfach drauf loslaufen koennen. Im Capitol koennen wir direkt an einer Fuehrung teilnehmen. Imposantes Gebaeude und insgesamt sehr beeindruckend.

Anschliessend laufen wir durch einen Gang in die angrenzende Bibliothek. Der Lesesaal ist beinahe noch beeindruckender als die Kuppel des Capitols, aber nur beinahe. Die Architektur ist zwar ganz nett, wir denken aber die ganze Zeit „die haben doch einfach genommen was es schon gab und alles irgendwie verwurstet“. Richtig, denn das Capitol und die Stadt  ist gerademal knapp 200 Jahre alt. Ein interssantes stadtplanerisches Detail ist, dass die Faecherstadt Karlsruhe Vorlage gewesen sind, Washington in aehnlicher Form zu bauen (alle Strassen gehen faecherfoermig auf das Capitol zu.)

Nach der Hot White Chocolate Coffee Latte Staerkung im Starbucks nehmen wir die U-Bahn zum Arlington Friedhof. Der Friedhof war mir vorher kein Begriff ist aber ein Must-Do in Washington.

Hier werden alle Kriegsgefallenen der USA begraben.

Ebenfalls findet man die Crews der verunglueckten Space Shuttles und auch das Grab von JFK dort. Sehr beeindruckend ist, neben den tausenden weissen Kreuzen, die Graeber der unbekannten Soldaten. Diese werden 365 Tage, 24 Stunden bewacht. Den sehr zerimonellen Wachwechsel muss man sich unbedingt anschauen. Wo in Deutschland monatelang ueber ein kleines Mahnmal fuer Gefallene diskutiert wird, gibt es in den USA einen regelrechten Veteranen und Gefallenen Kult. Man moege darueber denken wie man will, aber ich fand es sehr beeindruckend.

Nach dem Friedhof statten wir noch dem guten Lincoln einen Besuch ab. Der sitzt in seinem Memorial und kann irgendwie nichts als fotografiert zu werden…

Wenn man mal was essen will, findet man selbst in den USA keinen Fast-Food-Schuppen… Ausgehungert gehn wir dann halt ins Hard-Rock-Cafe. Nix besonderes an Essen und relativ teuer, aber trotzdem oke.

Im Hotel angekommen sind die meissten so fertig, dasse nicht mehr weggehen wollen. De Kollege und ich wollen aber nicht nur rumgammeln. Die Mitfahrerkollegen sind bereits auf der Piste also nehmen wir uns ein Taxi (ist richtig guenstig hier) und fahren in die Stadt. Hier lernen wir das erste mal die US-Feierkultur kennen. Auch wenn die Clubs hier bereits um 2 Uhr schliessen, geht man trotzdem erst um 12 aus der Kneipe raus und faellt in die Clubs. Genauso machen wir es. Dort angekommen kommen wir das erste Mal in Kontakt mit einheimischen Studenten. Krass ist wie hier getanzt und getrunken wird, die Leute ansonsten aber total pruede sind.

Am naechsten Tag ist der Kollege im Eimer aber die Museen rufen. Da die alle kostenlos sind, fangen wir im „National Air and Space Museum“ an und arbeiten uns ueber das „Museum of American History“ ins „National Nature History“ Museum vor.

Alle Museen sind „ganz cool“ aber oftmals eher fuer Kinder aufbereitet. Auch werden manche Sachen nicht ganz genau genommen… Da wird bei Kriegen schonmal der Erste Weltkrieg vergessen oder ploetzlich haben die Deutschen Pearl Harbor ueberfallen… Egal – man muss alles mal gesehen haben.

Zwischendrin schauen wir uns noch den Obilisken von innen an. Ueberraschenderweise ist dieser begehbar und man kann von oben einen herrlichen Blick ueber die ganze Stadt geniessen.

Bei der abendlichen Kneipentour sind diesmal mehr Leute am Start! Gut angeheitert landen wir nach einer Collegebar am Ende in einem R&B Club. Nach einigen Minuten auf der Tanzflaeche denken wir, dass irgendwas anderst ist…Wir sind die einzigen Weissen im ganzen Club! Krass wie die Schwarzen abfeiern. Wir mittendrin kommen uns anfangs etwas komisch vor, aber alle sind super freundlich und am Ende war es echt cool am Martin-Luther-King Day mit dem Schwarzen richtig abzufeiern.

Nach der kurzen Nacht gehts am naechsten Morgen wieder zurueck in den Sueden. Als wir mit „You“ve got a problem?!“ an einer Tankstelle von der Seite angemacht werden, wissen wir das wir wieder in den Suedstaaten sind.

Jetzt steht  eine 4-Tage-Woche an. „Business as usal“ hat mich wieder.

Stimmung: Exhausted.
Location: Washington
Wetter: 9 Grad, Bewoelkt

Alltag

01/13/2011

Heute mal wieder mein kurzer Bericht von der Amerika-Front. Nachdem das Schneechaos ueberstanden ist (es liegt noch Schnee aber die Strassen sind wieder frei), lecken sich hier alle die Wunden und trauern der verlorenen Zeit hinterher. 2 ½ Tage Ausfall reissen ein ganz schoen grosses Loch in den Geldbeutel… Mal sehen ob ich bald mal meine erste Woche bezahlt bekomme…mein deutsche Visakarte glueht inzwischen foermlich.

Egal – trotz alledem stellt sich inzwischen langsam eine Art Alltag ein. Meine Visageschichten sind geklaert, Bankkonto eroeffnet, heute habe ich noch mein Auto schoen angemeldet – jetzt brauche ich nur noch meinen Fueherschein als ID und natuerlich meine Social Security Number (ohne die hier gar nix geht). Die Arbeit macht Spass und ich bin beschaeftigt. Den Weg ins ITRC finde ich inzwischen ohne Navi und an das permanente Langsamfahren auf dem Interstate habe ich mich auch gewoehnt (wenn alle so langsam rumgurken geht das auch). Nach der 2 ½ Tage Woche freue ich mich jetzt auf den Trip nach Washington. Morgen gehts los und am Montag kommen wir wieder zurueck (da is Martin Luther King Day – einer der wenigen bezahlten Feiertage hier).

 

Schneechaos

Schnee in South Carolina – wenn das einmal in 40 Jahren vorkommt drehen hier alle am Rädchen.

Im Walmart werden Hamsterkäufe getätigt (und ich wollte doch nur meinen Wocheneinkauf machen), im Radio wird davor gewarnt sich bei dem Wetter aus dem Haus zu bewegen und Schulen sowie Büros (auch meins) bleiben wetterbedingt geschlossen. Total irre. Und das bei 20cm Neuschnee. Wenn der noch liegen bleibt ist hier die Kacke am dampfen…

Wenn ich zuhause bleiben muss ist das nämlich unbezahlt und das ist gar nicht gut (vorallem weils nächste Woche nach Washington geht und ich da das Geld brauche!).

Naja wir auf der Farm können uns auch gut selbst beschäftigen. Mit der PS3 und dem 42 Zoller lässt sich gut Filme schauen :-). Gestern waren wir aufm Redneck-Flomarkt um die Ecke. Da gibts alles zu kaufen. Von der Reichskriegsflagge bis hin zu Medikamenten. Wir haben uns so geile Blasrohre gekauft…Die hauen rein!

Naja und dann kommt der Schnee. Um zu kucken was so geht, wollen wir mal mitm Geländewagen vom Kollegen rumfahren. Pech dass wir uns in der Einfahrt festfahren und erst mal buddeln müssen… Damn it. Schneemann bauen is auch nicht bei dem Eis-Schnee-Gemisch…

P.S.: Immer einiges mehr an Fotos gibt in folgendem Ipernity-Album:

http://www.ipernity.com/doc/hofherr/album/219094

Shopping!

So – das Wochenende entwickelt sich prächtig. Inzwischen sind alle Mitbewohner eingetrudelt. Der eine hat sein PS3 dabei und dank WalMart (90 Tage Rückgaberecht) haben wir auf der Farm jetzt nen fetten 42 Zoller 🙂 So zum Abendessen gediegen Stromberg kucken hat was.

Samstag gehts erst an den Drive-In-Schalter an der Bank die letzten Euros umtauschen.

Dann fahren de Kollege und ich ins Outlet nach Georgia (auf der Karte „um die Ecke“, aber trotzdem 1 1/2 Stunden Fahrt…)

Dort gibt es alle Markenklamotten unglaublich günstig. Auch wenn ich nicht der Shopper bin. Wenn ich zwei Calvin Klein Hosen (Stoffhosen brauch ich für die Arbeit) für 80$ bekomme – da muss man zuschlagen. Zusätzlich war noch überall „Super-Sale“ und „Clearance“, d.h. alles nochmal bis zu 70% billiger! Son addidas-Shirt für 3$, da kauf ich mir auch mal eins. Zum Abschluss fahren wir noch ins Hooters was essen. Wenn man schon hier ist, muss man das mal machen ;-).

Die Bedienungen sind vorschriftsmäßig nett und das Essen ist auch sehr gut…

Praktikum V / Wochenende

05. – 07.01.

In den letzten 3 Tagen habe ich endlich ein paar Dinge auf meiner To-Do-Liste abgehakt. Mittwochs bekommen wir neuen Prakikanten die ausfuehrliche Einfuehrung. Diese findet im Werk statt, also kann ich mir morgens etwas Zeit lassen, da es von der Farm grade 10 Minuten dorthin sind.

Nachdem wir den ganzen Tag diverse Formulare, teilweise auch mehrmals, ausfuellen, kann ich inzwischen meine Adresse und Reisepassnummer auswendig… Wichtig hierbei ist zu wissen, wie die Zahlen geschrieben werden. Die 1 ist in Amerika ein I und die 7 wird handschriftlich ohne Zwischenstrich geschrieben. Eine deutsche Eins wird in Amerika als Sieben erkannt. Sehr tricky.

Beim Mittagessen treffen wir die ganzen anderen Praktikanten. Es war fast zu erwarten, dass die Maschinenbauerquote hoch ist und ja, sie ist es auch… Egal – nach dem Essen bin ich echt neidisch auf die Kantine, da die neben Sandwiches und sonstigem Zeug auch eine „deutsche“ Linie hat, an der man auch mal Fleischkaese oder aehnliches bekommt. Ausserdem ist es sehr entspannt, nicht fuer jedes Essen das Gebaede verlassen zu muessen.

Mittags haben wir dann noch unsere Uniform bestellt (Stoffhose + BMW Hemd, Polo oder Shirt mit Logo und Vornamen). Diese wird allerdings wohl erst in einige Wochen da sein…mal sehen.

Wenn ich schonmal da bin, gehe ich auch in den BMW Welt Verschnitt vor dem Werk. Nix besonderes aber immerhin…

Der X6 wird auch in SC gebaut

Der X6 wird auch in SC gebaut. Man beachte auf dem Foto den Putzman mit der Ghostbusters-Kanone auf dem Rücken. *g*

Abends unterschreibe ich dann endlich meinen Mietvertrag. Auch finde ich endlich die Klappe fuer die Heizung – endlich herrscht keine Eiszeit mehr in meinem Zimmer…

Beim Feierabendbierchen erzaehlt mir mein Mitbewohner doch tatsaechlich , das ich mein versichertes Auto 2 Wochen ohne Nummernschilder (bzw. Nummernschild, da hier in SC nur hinten eins dran ist) fahren darf.  Super… Ich ihn gleich mal eingespannt und zur Mietwagenfirma gefahren. Endlich bin ich das Ding los. Donnerstags fahre ich dann zum DMV (Zulassungsbehoerde fuer Autos). Dummerweise war ich im falschen Buero fuer die Besitzsteuer. Muss ich halt die Tage nochmal hin.

Zum Thema Autos…Fast jeder meiner Praktikantenkollegen faehrt einen alten Strassenkreuzer weil „wo sonst, wenn nicht hier“ kann man sowas fahren. In diesen Karren kann man bequem vorne und hinten zu dritt fahren kann , oder den
Dschungel bezwingen (ja auch Trucks werden gefahren). Ich glaub wenns mich ueberkommt verkauf ich meinen kleinen Mazda und hol mir auch sowas
J. Die Karren fallen bestimmt auseinander wenn man schneller als 120 km/h faehrt, aber bei der Geschwindigkeit steht man eh schon mit einem Fuss im Gefaengnis.

Einige Facts was sonst Autos betrifft:

– Kein TUEV
– Fuehrerschein ab 16
– Fuehrerschein ist gleichzeitig auch Personalausweis
– In SC faehrt man nur mit einem Nummernschild (hinten) rum
– Man darf in den USA an jeder roten Ampel rechts abbiegen, wenn es nicht durch ein Schild verboten wird
– Versichert darf man 2 Wochen ohne Nummernschilder rumfahren.

Stimmung: Zur Feier des Tages heute beim Chinesen All-you-can-eat gewesen – vollgefressen
Location: Farm, ITRC, Werk, Farm
Wetter: 5 Grad, Sonnenschein (wie fast immer hier)

Praktikum IV / Verdächtig

04.01.2010

Heute war arbeitstechnisch ein eher unspektakulaerer Tag. Nix zum rumspielen mehr und meine Zugangsdaten sind auch noch nicht da. Immerhin konnte ich per Telefon meine Autoversicherung abschliessen. Jetzt muss ich die Karre nur noch anmelden und dann wird endlich der Mietwagen zurueckgegeben.

Doch halt – heute wollte ich „mal schnell“ meine Bankkonto eroeffnen. Weit gefehlt – die Mittagspause hat dafuer nicht gereicht. Erstmal musst ich 10 Meilen in die Pampa fahren, damit ich eine Filiale finde, die den Ausdruck „BMW Intern“ kenn und dann streikt auch noch deren IT System. Nach geschlagenen 1 1/2 Stunden habe ich dann aber endlich meine verlaeufige VISA Karte in der Hand und die ersten 50$ auf dem Konto. Interessant ist, dass in den USA keinerlei Datenschutz besteht, d.h. ich muss mich beim Online-Banking 5mal verfizieren bis ich was machen kann. Auch muss ich vor jedem Aufenthalt in einem anderen Bundesstaat mich voher bei der Bank melden. Wenn ich das nicht mache und dort was abhebe, wird mein Konto wegen „verdaechtiger Aktivitaeten“ erstmal gesperrt. Soviel zu „BigBrother is watching you“. Doch nicht nur die Bank schaut einem auf die Finger – auch harmlose Passanten stellen fest, dass ich nicht auf dem Bankparkplatz, sondern aus Versehen nebenan geparkt habe. Als ich den Parkplatz verlasse habe ich direkt einen Polizeiwagen mit Blaulicht hinter mir. Und jetzt ist es wie im Film. Haende ans Lenkrad, Fenster runter, Angeschnallt bleiben. Im Rueckspiegel naehert sich ein Polizist mit der Hand an der Dienstwaffe… Unglaublich. Aber ich
koennte ja direkt die Waffe ziehen und das Feuer eroeffnen…

Tja – aber im Endeffekt alles halb so schlimm. Die bloede Mietwagenfirma hat dummerweise einfach ein altes Nummerschild an das neue Auto geschraubt, sodass ich eigentlich einen F150-Truck anstatt meinem kleinen Kia Stadtflitzer fahren muesste… Sehr verdaechtig. Dann parke ich auch noch verdaechtig neben der Bank und bestelle im McDonalds ganz verdaechtig nur einen Hamburger…

Aber immerhin habe ich keine Strafe zahlen muessen und der Polizist war am Ende doch ganz freundlich und hat mir sogar gesagt, dass ich eigentlich keinen US Fuehrerschein brauche (deutsche+internationaler Fuehrerschein reicht).

Nach diesen 2 langen Stunden in der 40 Minuten Mittagspause kann ich dann wieder ins Buero. Nochn bischen mit meinen Kollegen aus Deutschland gequatscht. Er ist auch Metaller und war letztes Jahr auf Summerbreeze und Wacken. Was ein Zufall 🙂

Morgen versuche ich mal mein Auto anzumelden. Hoffe das geht reibunsloser ab…

Stimmung: Getting things done.
Location: ALDI an der Woodruff Rd (geil hier gibts tatsaechlich einen ALDI…)
Wetter: 11 Grad und Sonnenschein (es wird aber kaelter die naechsten Tage)

Praktikum III / Arbeiten

03.01.2010
Nachdem ich gestern die 18 Grad(!) und den Sonnenschein auf der Farm geniessen konnte,

gings heute endlich mal ans arbeiten. Um 8 Uhr treffe ich mich mit meinem Betreuer in der Besucherlobby vom Werk. Nachdem der uebliche Papierkrieg erledigt ist, kann ich meinen Besucherausweis gegen einen Werksausweis tauschen. Mit diesem habe ich Zugang ins Werk in Spartanburg.

Dieses ist sehr schick und man merkt dass es nicht seit 40 Jahren steht (wie das in Muenchen). Alles ist gross und ausladend und das Besucherzentrum ist bereits von aussen sehr eindrucksvoll. Mit einem Werksausweis fuer Spartanburg kann ich allerdings nicht viel anfangen, da ich ja nicht dort, sondern im IT Research Center (kurz ITRC) arbeite. Dies ist mit dem Auto 20 Minuten vom Werk entfernt.

Nachdem ich meinem Betreuer im 3er BMW (mal nicht ein BMW X Gelaendewagen, mit denen hier jeder rumfaehrt) ins ITRC hinterhergefahren bin, lerne ich dort direkt 3 nette Kollegen kennen. Sehr nett ist die Sitte sich zu dutzen 🙂 Da ich noch keinen Useraccount habe, verbringe ich meinen Tag damit, im ITRC-Wiki rumzulesen (es geht auch besser als Sissis Wikis *insider*), Dell Streaks auf Android 2.2 zu updaten und Reader Apps fuer Android auszutesten.

Mit der App Qik hab ich mal das Buero gefilmt: http://qik.com/video/26888897

Auch hier ist es noch sehr ruhig, da alle Studenten erst wieder kommen bzw neue Leute erst am 10.01. beginnen. Immerhin sitzen alle Studenten in einem Raum, was sicher ganz cool ist.

Erwaehnenswert ist noch der mittagliche Ausflug zum Mexikaner. Da hier nur eine Cafeteria ist, es aber keine Kantine gibt (die gibt es nur im Werk), muss man sich immer ins Auto setzen und wegfahren. Gesagt, getan. Mit den Kollegen fahre ich im neuen X3 zum Mexikaner „um die Ecke“ (d.h. 10 Minuten Fahrt…). Der ist echt super und wir bekommen schnell, gut und guenstig Burritos und Getraenke (die freundlicherweise immer wieder kostenlos nachgefuellt werden). Zum Glueck gibts hier um die Ecke ein Fitnessstudio fuer Mitarbeiter – da sollte ich mich echt anmelden, wenns jeden Mittag nur so Zeug zum Essen gibt!

Soweit so gut.

Stimmung: Nicht im Stress, Spieltrieb ausgelebt
Location: 2 Research Drive, ITRC, Greenville
Wetter: 8 Grad, Sonnenschein

Praktikum II / South Carolina

01.01.2010

Nachdem ich Silvester auf dem Sofa verpennt habe (die Liveübertragung vom TimesSquare war mal echt lahm), bin ich um 10 vor 8 fertig zum Flughafentransfer!

CoachCanada holt mich bei meiner Tante im Kaff (Trenton, ON) ab und bringt mich innerhalb von 2 Stunden gemütlich direkt ans Terminal 1 in Toronto. Mein Flug nach Greenville (über Charlotte) fliegt pünktlich. Unglaublich :-). Erstmal muss ich aber durch gefühlte 20 Sicherheitschecks…Diese verrückten Amerikaner. Dank meinem Visa muss ich nur den Standardcheck machen und werde nicht nochmal von so TSA-Typen in den Intimzonen gefilzt. Glück gehabt. Nach 2 Stunden bin ich dann auch pünktlich am Abfluggate und kann in den kleinen Interkontinentalflieger einsteigen. Jetzt hock ich am Airport in Charlotte und warte auf meinen Anschlussflug.

OK – Anschlussflug war kein Problem.

Das ich richtig bin, hab ich daran generkt, dass die Flughäfen und Flugzeuge immer kleiner wurden.

Die Überraschung nur in Greenville. Mein Vermieter kann mich nicht abholen und ich muss mir einen Mietwagen nehmen. Das ist eh ne gute Idee zwecks Einkaufen und zur Arbeit kommen. Für den Mietpreis (+UnderAgeFee und GPS) hätte ich mir wohl aber auch ein Auto kaufen können, aber immerhin bin ich jetzt auf der Farm, auf der ich wohnen werde. Nachdem ich mich noch schnell mit einigen Lebensmitteln eingedeckt habe (in den Südstaaten gibt es die größten Zwiebeln, die ich je gesehen habe…) schaue ich mir doch mal meine Wohnlocation an. Sehr hübsch (das Foto hab ich aus Facebook geklaut (ist wohl im Sommer aufgenommen).

Ein altes Farmhaus, das von mehreren Praktikanten bewohnt wird (von denen aber noch alle in Weihnachtsurlaub sind). Ausstattungstechnisch bleiben keine Wünsche offen. Super Küche, 2 Kühlschränke, Waschmaschine, Trockner, Internet, Fernsehen, Tischkicker(!). Was will man mehr ;-). Die vielen leeren Wodka-Flaschen, die hier als Deko rumstehen, lassen auf einige wilde Partys schließen. Es ist wie im Wohnheim – mein Zimmer ist zwar klein, aber hauptsache mittendrin statt nur dabei.

Jetzt bereite ich mich mal auf meinen ersten Arbeitstag am 03.01. vor. Außerdem muss ich noch ein Bankkonto eröffnen, eine SIM-Karte organisieren und meinen blöden Mietwagen wieder loswerden. Wird schon laufen.

Stimmung: Entspannt
Location: 286 Sharon Church Rd, Greer SC
Wetter: Regen, Bewölkt, vereinzelt Sonne, 14°